
Es gibt diese Orte, an denen man sich fragt, wie sie überhaupt existieren können, so sehr unterscheiden sie sich von allem, was man bisher gesehen hat – das Sossusvlei in Namibia ist genau solch ein Ort: Wo rote Dünen meterhoch in den blauen Himmel ragen, knorrige Bäume aus weißem Lehmboden wachsen und tief eingeschnittene Schluchten von den Kräften des längst versickerten Wassers zeugen, entsteht eine Landschaft, die sich selbst die kreativsten Künstler nicht hätten ausdenken können. Im Herzen der Namib Wüste fesselt die ausgetrocknete Salzpfanne mit der unendlichen Weite aus Dünen rundum den Blick, scheint gleichzeitig ausgestorben und doch ständig in Bewegung und bietet dir eine kaum vorstellbare Kombination aus Stille und Wildnis.
Dein Blick gleitet über ein endloses Sandmeer, du erklimmst die höchsten Dünen der Welt und picknickst unter hunderte Jahre alten Bäumen, während die Sonne deine Umgebung in ständig wechselnden Farbschattierungen erstrahlen lässt. Wir verraten dir, was es mit dem aus zahlreichen Namibia-Bildern bekannten Sossusvlei auf sich hat, welche Tiere und Pflanzen den Widrigkeiten der Region trotzen und welche Sehenswürdigkeiten du dir nicht entgehen lassen solltest.
Das Wichtigste zum Sossusvlei
- Beim Sossusvlei handelt es sich um eine Salz-Ton-Pfanne im Namib-Naukluft-Park in Namibia. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter der Bezeichnung jedoch die gesamte Region mit roten Dünen, dem Sesriem Canyon und dem Dead Vlei zusammengefasst.
- Der Park ist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zugänglich (für Übernachtungsgäste jeweils eine Stunde vorher und eine Stunde nachher). Die Zufahrt erfolgt über das Sesriem Gate, wo ein kostenpflichtiges Permit erworben werden muss.
- Eine rund 65 km lange asphaltierte Straße führt vom Eingang bis zu einem Parkplatz, von wo aus es mit einem 4×4-Shuttle, dem eigenen 4×4-Wagen oder zu Fuß zur Sossusvlei-Pfanne und zum Dead Vlei weitergeht. Zwischen Tor und Parkplatz liegen weitere Sehenswürdigkeiten wie die Düne 45, die Big Daddy Düne und der Sesriem Canyon.
- Mittags wird es im Sossusvlei sehr heiß, weshalb man den Besuch früh morgens beginnen und an ausreichend Trinken sowie Sonnenschutz denken sollte.
Was ist das Sossusvlei?
Der Name Sossusvlei gibt bereits einen Hinweis auf das, was dich vor Ort im Namib-Naukluft-Park erwartet: In der Sprache der Nama steht „Sossus“ für „blinder Fluss“ und „Vlei“ bedeutet in Afrikaans „Pfanne“ oder „Senke“. Streng genommen bezieht sich „Sossusvlei“ daher eigentlich nur auf eine bestimmte Salz-Ton-Pfanne, die vom „blinden“, also meist ausgetrockneten, Tsauchab-Fluss nur ganz selten einmal erreicht wird. Oft wird als „Sossusvlei“ jedoch die gesamte Region rund um die Sossusvlei-Pfanne mitsamt den Dünen, dem Sesriem Canyon und weiteren Ton-Senken bezeichnet. Und so ist das Sossusvlei das Sinnbild für das, was viele wohl mit Namibia verbinden: eine Landschaft mit überdimensionalen Sanddünen, rissigem Lehmboden, ausgetrockneten Bäumen und wilden Antilopen.
Fakten rund um das Sossusvlei

Im Süden Namibias, mitten im Namib-Naukluft-Park gelegen, ist das Sossusvlei eingebettet in die Namib-Wüste, die älteste Wüste der Welt. Vor rund fünf Millionen Jahren wurden die von Eisenoxid so charakteristisch rötlich gefärbten Sandkörner vom Oranje-Fluss aus der Kalahari in Richtung Atlantik geschwemmt, verteilten sich durch unterschiedlich wehende Winde und formten schließlich die heutige Dünenlandschaft – die sich übrigens durch die immer noch vorherrschenden Winde ständig verändert. Die Salzpfanne selbst ist durch den Tsauchab-Fluss entstanden. Wahrscheinlich blockierten die Dünen seinen Weg von den Naukluft Bergen ins Meer, sodass er scheinbar im Nichts endete. Die Folge: Eine Senke mit rissigem und trockenem Boden aus Salz und Lehm.
Lediglich, wenn es alle paar Jahre einmal regnet, füllt sich das Sossusvlei mit Wasser. Solltest du zu dieser Zeit dort sein, siehst du plötzlich, welcher Reichtum an Flora und Fauna sich hinter der kargen Fassade des Sossusvlei verbirgt. Der ist nämlich überraschend groß: Perfekt an die raue Umgebung angepasste Tiere können nahezu ohne Wasser auskommen oder graben sich tagsüber im Sand ein. Pflanzen gewinnen Feuchtigkeit mit ihren tiefen und verzweigten Wurzeln oder einfach aus der Luft. Selbst, wenn du das Sossusvlei im ausgetrockneten Zustand erlebst, hast du daher die Chance Oryxe, Schakale oder Springböcke zu beobachten oder zumindest ihren Spuren im Sand zu folgen.
🛈 Gut zu wissen: Die Dünen im Sossusvlei bestehen aus Quarzsand. Je älter sie sind, desto intensiver ist ihr Rotton.
Das Sossusvlei im Überblick:
- Sossus = blinder Fluss
- Vlei = Pfanne bzw. Senke
- Lehmsenken mit rissigem Boden („Vleis”)
- Bis zu 350 m hohe Dünen
- Tiefe Schlucht (Sesriem Canyon)
- Geckos
- Oryxantilope (Wappentier Namibias)
- Schakale
- Springböcke
- Klippspringer
- Schlangen
- Eidechsen
- Wüstengoldmulle
- Leoparden
- Bergzebras
- Dünengras
- Kameldornbäume
- Köcherbäume
- Welwitschie (Nationalpflanze)
- Nara-Melonen
Die schönsten Sehenswürdigkeiten im Sossusvlei: Landschaften aus Sand, Lehm und Felsen
Deine Tour durch das Sossusvlei startet am Eingangstor des Namib-Naukluft-Parks bei Sesriem. Hast du dich dort registriert, lässt der erste Wow-Moment nicht lange auf sich warten. Vor dir erstreckt sich eine rund 65 km lange Panoramastraße und in der Ferne leuchten dir die orangefarbenen Dünen entgegen. Also nichts wie los Richtung Horizont und Sossusvlei-Pfanne? Schnell wirst du feststellen, dass es wohl noch etwas dauern wird, bis du dort ankommst- und das nicht nur aufgrund der Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Vielmehr sind es die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die dich auf dem Weg immer wieder zum Anhalten verleiten werden.
🛈 Gut zu wissen: Es kann sein, dass dir bei deinem Besuch manch ein Ort bekannt vorkommen mag. Das Sossusvlei diente nämlich bereits mehrfach als Kulisse für diverse Filme. Unter anderem wurden „The Cell“ oder „The Fall“ dort gedreht.
Die Top 5 Sehenswürdigkeiten im Sossusvlei im Überblick:
| Sehenswürdigkeit | Besonderheit | Lage im Sossusvlei | Beste Zeit für einen Besuch |
| Sossusvlei-Pfanne | Trockene Salz-Lehm-Pfanne mit rissigem Boden, die je nach Saison mit Wasser gefüllt sein kann. | Am südlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, am Ende der Straße durch die Sossusvlei-Region | Morgens und abends herrschen die angenehmsten Temperaturen und das Licht sorgt für wunderschöne Schattenspiele. In der Mittagszeit ist der Besucherandrang geringer, dann ist Sonnenschutz und ausreichend Wasser aufgrund der Hitze besonders wichtig. |
| Dead Vlei | Von den höchsten Dünen der Welt umgebene ausgetrocknete Salz-Lehm-Pfanne mit jahrhundertealten, abgestorbenen Bäumen | Am südlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, am Ende der Straße durch die Sossusvlei-Region, rund sechs Kilometer von der Sossusvlei-Pfanne entfernt | Morgens und abends ist es weniger heiß, dafür können mehr Besucher vor Ort sein. Bei Kombination mit Besteigung der Big Daddy Düne sollte früh gestartet werden, da es später zu heiß wird. |
| Sesriem Canyon | Kühle, bis zu 30 m tiefe Schlucht | Am nördlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, rund 4 km vom Parkeingang entfernt | Mittags, wenn es im Rest des Sossusvleis zu heiß ist und die Schlucht Abkühlung bietet. |
| Düne 45 | Tiefrote, leicht zugängliche Düne | Ca. 45 km vom Parkeingang entfernt | Frühmorgens oder am späten Nachmittag, wenn es weniger heiß ist. Das Farbspiel ist bei Sonnenaufgang am intensivsten. Nachmittags sind meist weniger Besucher vor Ort. |
| Feenkreise | Akkurat platzierte kahle Kreise umgeben von einem hohen Grasrand, für deren Entstehung es keine Erklärung gibt. | In der gesamten Region verteilt | Ganztägig |
1. Die Sossusvlei-Pfanne: Blütenweiße Ebene vor roten Dünen

Zwar werden unter dem Begriff „Sossusvlei“ im Allgemeinen mehrere Highlights der Region in der Namib-Wüste zusammengefasst, das eigentliche Sossusvlei erreichst du allerdings erst ganz am Ende der Panoramastraße durch den Namib-Naukluft-Park. Doch die Fahrt lohnt sich, denn es erwartet dich ein wahres Kunstwerk der Natur: Eingerahmt von den orange-rot schimmernden Dünen breitet sich der blütenweiße Lehmboden der Salz-Ton-Pfanne vor dir aus, während sich grüne Kameldornbäume Richtung Himmel strecken und vielleicht sind sogar gerade ein paar Strauße oder Oryxantilopen zugegen.
Was nur ganz selten zu erkennen ist: Eigentlich stehen die Kameldornbäume am Ufer eines Sees. Abgesehen von der Zeit nach den lediglich alle fünf bis zwanzig Jahre stattfindenden Regenfällen führt der hier versickernde Tsauchab-Fluss jedoch kein Wasser, mit dem sich die Senke füllen könnte. Ist es dann einmal so weit, entwickelt sich das Sossusvlei schnell zum Treffpunkt für durstige Tiere und sogar Wasservögel. Sobald das Spektakel vorbei ist, leert sich die Senke wieder und zurück bleibt der von Rissen durchzogene blütenweiße Boden.
Das Sossusvlei im Überblick:
| Lage im Sossusvlei | Am südlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, am Ende der Straße durch die Sossusvlei-Region |
| Anfahrt | Vom Parkeingang am Sesriem-Gate mit dem Auto etwa 60 km auf einer asphaltierten Straße bis zum 4×2 Parkplatz. Für die anschließenden 5 km ist ein 4×4-Fahrzeug erforderlich. Alternativ kann die Strecke auch per Shuttle oder zu Fuß (ziemlich anstrengend) zurückgelegt werden. Vom Parkplatz am Sossusvlei führt dann ein ca. 15- bis 20-minütiger Spaziergang zur Salz-Ton-Pfanne. |
| Beste Zeit für einen Besuch | Morgens und abends herrschen die angenehmsten Temperaturen und das Licht sorgt für wunderschöne Schattenspiele. In der Mittagszeit ist der Besucherandrang geringer, dann ist Sonnenschutz und ausreichend Wasser aufgrund der Hitze besonders wichtig. |
2. Dead Vlei: Unvergängliche Bäume vor den höchsten Dünen der Welt

Ein „totes“ Vlei? Lass‘ dich bloß nicht vom Namen des Dead Vleis abschrecken. Denn so leblos und karg die Salzpfanne auch scheinen mag, hat es doch einen guten Grund, dass sie zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Sossusvleis zählt. Denn hier, mitten in der Namib-Wüste, befindet sich ein Wald – einer, der so ganz anders ist als alle anderen Wälder dieser Welt. Schwarz und knorrig zeichnen sich die Silhouetten der trockenen Äste vor dem von Furchen durchzogenen Lehmboden, dem blauen Himmel und den roten Dünen ab – kein Grün weit und breit, kein Blatt raschelt im Wind.
Seit hunderten von Jahren bekommen die Bäume kein Wasser mehr. Längst sind sie abgestorben und bleiben doch aufgrund des außergewöhnlichen Wüstenklimas unvergänglich. Ob du zunächst die Big Daddy Düne erklimmst und anschließend hinunter in die Senke rutschst oder den direkten Weg vom Parkplatz aus wählst: Bei deiner Ankunft nach der Tour durch das weiche Sandmeer fühlst du dich wie in einer anderen Welt.
🛈 Gut zu wissen: Wenn du inmitten der so unwirtlichen Lehmpfanne stehst, wirst du dich vermutlich fragen, wie die Bäume im Dead Vlei überhaupt wachsen konnten und warum sie selbst nach mehreren hundert Jahren noch nicht verrottet sind. Einst versorgte der Tsauchab-Fluss das Vlei mit Wasser. Als sich Schlamm, Lehm und Sand ablagerten, wurde sein Weg versperrt, weshalb er nun ins benachbarte Sossusvlei fließt (wo die Kameldornbäume daher nicht abgestorben sind). Die klimatischen Bedingungen der Wüste sorgen dafür, dass die Bäume im Dead Vlei nicht zersetzt, sondern konserviert werden. So entstand dieser von der Natur geschaffene Skulpturenpark.
Das Dead Vlei im Überblick:
| Lage im Sossusvlei | Am südlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, am Ende der Straße durch die Sossusvlei-Region, rund sechs Kilometer von der Sossusvlei-Pfanne entfernt |
| Anfahrt | Zunächst wie zur Sossusvlei-Pfanne: Vom Parkeingang am Sesriem-Gate mit dem Auto etwa 60 km auf einer asphaltierten Straße bis zum 4×2 Parkplatz. Für die anschließenden 5 km ist ein 4×4-Fahrzeug erforderlich. Alternativ kann die Strecke auch per Shuttle oder zu Fuß (ziemlich anstrengend) zurückgelegt werden. Vom Parkplatz am Sossusvlei geht es zu Fuß weiter. Entweder für rund 20 bis 30 min auf direktem Weg über kleinere Dünen oder in Kombination mit einer Wanderung auf die Big Daddy Dune. Beide Varianten sollten aufgrund der Hitze und dem weichen Untergrund nicht unterschätzt werden. Insbesondere der Aufstieg auf die Düne ist ziemlich anstrengend und nimmt je nach Kondition ein bis zwei Stunden in Anspruch. Näheres dazu findest du in unserem Artikel zum Wandern in Namibia. Der Abstieg kann rutschend erfolgen und dauert lediglich ein paar Minuten. Unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen. Wer das Sossusvlei und das Dead Vlei zu Fuß kombinieren möchte, sollte rund zwei Stunden einplanen. |
| Beste Zeit für einen Besuch | Morgens und abends ist es weniger heiß, dafür können mehr Besucher vor Ort sein. Bei Kombination mit Besteigung der Big Daddy Düne sollte früh gestartet werden, da es später zu heiß wird. |
Tipp: Am Parkplatz vor dem Dead Vlei stehen Tische und Bänke – perfekt für ein Picknick der besonderen Art. Auf der Reise „Namibias Highlights erleben“ legen wir hier, im Schatten der Kameldornbäume, eine Pause ein, bevor es weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit unserer Liste geht.
3. Sesriem Canyon: Kühle Schlucht inmitten der Wüste

Was du auf keinen Fall tun solltest, wenn du am Sesriem Canyon stehst und in die schmale Spalte hinunterblickst: Deinem ersten Impuls nachgeben und enttäuscht umkehren. Denn ja, die Schlucht mag zwar zunächst nicht dem Bild eines klassischen, gewaltigen Canyons gleichen, doch der Schein trügt. Sobald du im wahrsten Sinne des Wortes etwas tiefer blickst, zeigen sich seine wahren Dimensionen. Bis zu 30 m tief fallen die steilen Felswände hinab, über Millionen von Jahren hinweg mit immenser Kraft geschaffen vom Tsauchab-Fluss.
Steigst du hinunter, stehst du zwischen Gestein, das dir 20 Millionen Jahre Erdgeschichte vor Augen führt. Während du durch den Canyon läufst, hörst du oft nur das Echo deiner Schritte, das von oben einfallende Licht tanzt an den Sandsteinwänden und du bist von einer angenehmen Kühle, die man inmitten der Wüste gar nicht erwarten würde, umgeben. Selbst in trockenen Zeiten kannst du Wasserlöcher entdecken – mitsamt den Spuren von Springböcken, Oryxen und Schakalen, die von ihnen angelockt werden. An manchen Abschnitten bleiben dir lediglich rund zwei Meter zum Durchschlüpfen, andernorts weitet sich der Canyon wieder. Hier unten könnte man fast vergessen, dass sich nicht weit entfernt die gigantischsten Dünen dieser Welt erheben.
🛈 Gut zu wissen: Der Sesriem Canyon trägt seinen Namen nicht ohne Grund: Die einstigen Siedler mussten wohl sechs (auf Afrikaans „ses“) Riemen (auf Afrikaans „riem“) aneinanderbinden, um mit einem Eimer Wasser für ihre Ochsen aus der Schlucht hervorzuholen.
Der Sesriem Canyon im Überblick:
| Lage im Sossusvlei | Am nördlichen Rand des Namib-Naukluft-Parks, rund 4 km vom Parkeingang entfernt |
| Maße | Tiefe: bis zu 30 m Länge: ca.1 km |
| Anfahrt | Kurz hinter dem Eingangstor (Sesriem-Gate) links abbiegen und von dort auf einer holprigen, ca. 3 km langen Schotterpiste bis zum Parkplatz oberhalb des Canyons fahren. Dann zu Fuß (mit festem Schuhwerk) hinabsteigen. Nähere Infos zur rund 45-minütigen Wanderung durch den Sesriem Canyon findest du in unserem Beitrag zu den schönsten Orten und Wanderungen in der Namib Wüste. |
| Beste Zeit für einen Besuch | Mittags, wenn es im Rest des Sossusvleis zu heiß ist und die Schlucht Abkühlung bietet. |
Tipp: Du liebst es, Schluchten zu erkunden? Dann solltest du im Anschluss an das Sossusvlei eine Tour zum rund zwei bis drei Stunden entfernten Kuiseb Canyon einplanen. Dort kannst du dich wie in einer Mondlandschaft fühlen. Auf der Reise „Namibia komfortabel erwandern“ unternehmen wir eine kurze Wanderung zwischen den außergewöhnlichen Felsformationen.
4. Düne 45: Licht, Sand und Weite

Warum die Düne 45 (auch Dune 45) eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Sossusvlei ist, obwohl sie nicht einmal die höchste Düne der Region ist, wirst du direkt verstehen, sobald du das erste Mal – beobachtet von neugierigen Oryxantilopen – an ihrem Fuße stehst: Sternförmig breitet sie sich vor dir aus, während knochige Kameldornbäume dramatisch ihre schwarzen Äste vor dem rot-goldenen Sand in die Höhe recken. Je nach Tageszeit erlebst du das Spiel von Licht und Schatten, wo Sand und Sonne aufeinandertreffen, immer wieder anders. Ob sich eine Seite gerade kupferfarben färbt und die andere noch im Dunkeln liegt, ob die Düne im Moment in warmen Goldtönen schimmert oder ob sie dir knallrot entgegenstrahlt: Die Düne 45 weiß zu faszinieren.
So schön der Anblick von unten auch ist, lässt sich das Ganze mit dem Ausblick von oben noch krönen. Der Aufstieg ist zwar nicht ganz ohne, aber jeden Schritt, den du hoch setzt und das ein oder andere Mal im weichen Sand direkt wieder zurück rutschst, wert. Oben angekommen, überblickst du die weichen Linien des Dünenmeers, siehst die noch unten stehenden Besucher als ameisengroße Punkte unter dir und spürst die unendliche Weite der Wüste. Der Weg hinunter geht anschließend um einiges schneller. In großen Sprüngen wie ein Astronaut oder flink rutschend findest du dich plötzlich wieder neben dem gigantischen Sandberg wieder.
🛈 Gut zu wissen: Es gibt zwei verschiedene Erklärungen, warum eine solch spektakuläre Düne den eher trockenen Namen „Düne 45“ trägt. Manche behaupten, es liege daran, dass sie 45 km vom Eingangstor des Namib-Naukluft-Parks liegt, andere sagen, dass die Ranger früher alle Dünen durchnummerierten und diese die 45. Düne vom Atlantik aus war.
Die Düne 45 im Überblick:
| Lage im Sossusvlei | Ca. 45 km vom Parkeingang entfernt |
| Anfahrt | Direkt von der Panoramastraße vom Eingangstor kommend auf der linken Seite bis zum Parkplatz vor der Düne |
| Höhe | Ca. 170 m über NHN Ca. 80 m vom Talboden bis zum Kamm |
| Dünenbesteigung | Dauer: Ca. 30 – 45 min hinauf, ca. 5 min hinunter Schwierigkeitsgrad: Mittel Voraussetzungen: Keine Höhenangst |
| Beste Zeit für einen Besuch | Frühmorgens oder am späten Nachmittag, wenn es weniger heiß ist. Das Farbspiel ist bei Sonnenaufgang am intensivsten. Nachmittags sind meist weniger Besucher vor Ort. |
Die Düne 45 zählt zu den berühmtesten und meistbesuchten Dünen im Sossusvlei, da sie leicht zu erreichen und der Aufstieg weniger anstrengend ist. Möchtest du noch mehr Dünen besuchen, können wir dir folgende Stopps empfehlen. Mehr als zwei wirst du an einem Tag jedoch nicht besteigen können, schon allein, weil es außerhalb der frühen Morgen- und späten Nachmittagsstunden sehr heiß wird.
Sehenswerte Dünen im Sossusvlei:
- Höhe: ca. 170 m
- Mittelschwerer Aufstieg (ca. 30–45 min)
- Besonders beliebt zum Sonnenaufgang
- Höchste Düne im Sossusvlei (ca. 300–350 m)
- Schwieriger Aufstieg (ca. 2 h)
- Abstieg ins Dead Vlei möglich
- Höhe: ca. 30 m
- Leichter Aufstieg (ca. 20–30 min)
- Zu Fuß vom Eingangstor zu erreichen
- Höhe: ca. 200 m
- Mittelschwerer Aufstieg (ca. 30 min)
- Neben dem Sossusvlei, gegenüber von Big Daddy
- Ausblick zum Dead Vlei
- Höhe: ca. 60 m
- Mittelschwerer Aufstieg (ca. 20 min)
- Weniger bekannte, ruhigere Alternative zur nahe gelegenen Düne 45
❢ Um die Landschaft im Sossusvlei zu schützen, solltest du darauf verzichten, abgelegenere Dünen zu besteigen. Wähle stattdessen Dünen, die über offizielle Besucherwege gut erreichbar sind und auf denen du bereits Fußspuren erkennen kannst. Auf den ASI Reisen führt dich dein Guide nur auf solche Dünen, die du sicher erklimmen kannst.
Auf der Reise „Namibia komfortabel erwandern“ geht es zum Beispiel auf die Düne 45, auf der Reise „Südliches Afrika – Camping-Safari im Outback Afrikas“ wartet außerdem die Big Daddy Dune auf dich.
5. Feenkreise: Mysteriöses Naturwunder

Wenn du genau hinschaust, fallen dir im Sossusvlei vielleicht hin und wieder kahle Kreise am Boden auf. Umgeben sind sie von einem dichten Ring aus Gras, der höher ist als die Gräser außen herum. Wie nach einer wohl durchdachten Ordnung platziert, sind sie präzise nebeneinander ausgerichtet. Falls du dich beim Anblick dieses Kunstwerks fragst, welcher akkurate Gartenarchitekt hier am Werk war: Das weiß keiner so genau. Bis heute streitet sich die Wissenschaft darüber, wie diese mysteriösen Kreise, die du noch an einigen anderen Stellen in Namibia und in wenigen anderen Ländern finden kannst, zustande kommen konnten.
Ist aufsteigendes Erdgas die Ursache, konkurrieren die unter Wassermangel leidenden Gräser miteinander oder haben hier doch die Götter oder die Feen ihre Spuren hinterlassen? Welcher Erklärung du auch Glauben schenken magst oder ob du deine ganz eigene Lösung für das Rätsel findest: Die „Fairy Circles“ sind wohl das mystischste Highlight im Sossusvlei.
Tipp: Kombiniere deinen Besuch im Sossusvlei doch mit diesen Sehenswürdigkeiten in Namibia oder mit Ausflügen zu diesen Nationalparks Namibias.
Tipps für eine Reise ins Sossusvlei: Wissenswertes für deinen Besuch
Sobald du das Eingangstor des Namib-Naukluft-Parks durchquert hast und die lange Straße Richtung Dünen vor dir siehst, findest du dich in einer völlig anderen Welt wieder. Damit du diese Welt so intensiv wie möglich genießen kannst, solltest du dir bereits im Vorhinein überlegen, wann du wo einen Stopp einlegen möchtest. Denn aufgrund der Öffnungszeiten und Temperaturen hängt im Sossusvlei viel von der richtigen Planung ab. Gut vorbereitet bist du zur richtigen Zeit am richtigen Ort und verpasst keine der Sehenswürdigkeiten im Sossusvlei. Wir haben dir in der folgenden Tabelle ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen du das meiste aus deinem Besuch herausholen kannst.
Tipps für einen Besuch des Sossusvleis:
| Beste Reisezeit | Mai bis Oktober Im afrikanischen Sommer zwischen November und März wird es extrem heiß mit Temperaturen über 48 °C. |
| Anreise | Ca. 4 h von Windhoek oder Swakopmund Über den kleinen Ort Solitaire (ca. 80 km entfernt) über die C19 zum Eingangstor bei Sesriem 🛈 Gut zu wissen: Viele Straßen in Namibia sind nicht asphaltiert, sondern staubig und holprig. |
| Eintritt | Das Sossusvlei befindet sich im Namib-Naukluft-Park, für den am Eingangstor ein kostenpflichtiges Permit erworben werden muss (pro Person und Fahrzeug). Bei der Einfahrt erfolgt die Registrierung, gezahlt werden kann entweder direkt oder im Laufe des Tages. Es gibt zwei Gates, zwischen denen sich die Übernachtungs-Camps befinden. |
| Öffnungszeiten | Für Übernachtungs-Gäste im Sossusvlei: eine Stunde vor bis eine Stunde nach Sonnenuntergang Für Tagesgäste: Sonnenauf- bis Sonnenuntergang Bei der Einfahrt erhältst du die Uhrzeit, bis wann du den Park verlassen musst. Denke daran, die Rückfahrt zum Gate miteinzukalkulieren, um den Park pünktlich verlassen zu können. Bei den ASI-Reisen übernimmt diese Planung dein Guide für dich, sodass keine Hektik aufkommt. |
| Fortbewegung im Sossusvlei | Vom Sesriem Gate führt eine rund 65 km lange asphaltierte Straße bis zur Sossusvlei-Pfanne. Auf dem Weg dorthin kommst du an mehreren Sehenswürdigkeiten, wie dem Sesriem Canyon und der Düne 45 vorbei. Am Ende der Straße befindet sich ein Parkplatz. Von dort aus geht es nur noch mit einem 4×4-Auto (Reifendruck zuvor verringern), einem kostenpflichtigen Shuttle oder zu Fuß bis zum Sossusvlei und dem Dead Vlei weiter (ca. 5 km). 🛈 Gut zu wissen: In der Vergangenheit gab es immer wieder Änderungen bezüglich der Zugangsregelung vom Parkplatz bis zum Sossusvlei, wodurch die Fahrt mit dem eigenen 4×4 nicht mehr gestattet sein sollte. Informiere dich daher im Vorhinein beim Ministerium für Umwelt, Forst und Tourismus (MEFT) über die aktuellen Vorschriften. Bei den ASI-Reisen ins Sossusvlei wirst du bequem im Reisefahrzeug bis zum Parkplatz gefahren (je nach Reise mit Zwischenstopps zum Wandern). Die anschließende Fahrt im 4×4 Shuttle ist ebenfalls bereits im Reisepreis inkludiert. |
| Orientierung im Sossusvlei | Die meisten Dünen und Wege sind nicht ausgezeichnet. An ausgewiesenen Parkplätzen und Fußspuren im Sand erkennt man jedoch gut, wo sich sehenswerte Highlights befinden. |
| Frequentierung | Die Besucheranzahl unterscheidet sich je nach Jahres- und Tageszeit. Sossusvlei, Dead Vlei und die Düne 45 zählen vor allem zum Sonnenaufgang zu den beliebtesten Orten der Region, wirklich überlaufen sind sie jedoch meist nicht. Mittags ist es am ruhigsten, dann wird es allerdings auch sehr heiß. |
| Gesundheit | Sossuslvei gilt als malariaarm bis malariafrei. Denke an ausreichend Sonnenschutz und Getränke. |
| Unterkünfte | Im und um den Park herum gibt es mehrere Camps und Lodges. Wer innerhalb des Parks übernachtet, darf bereits eine Stunde vor Sonnenaufgang aufbrechen. Vor allem in der Hauptreisezeit sind die Unterkünfte stark begehrt, weshalb früh gebucht werden sollte. Auf der Reise „Namibia komfortabel erwandern“ übernachtest du in einer Lodge nahe des Eingangs mit Blick auf die Wüstenlandschaft. |
| Beste Reisedauer | Mindestens 5 h, bei Besteigung von Big Daddy gegebenenfalls etwas mehr. Bedenke, dass das Laufen im Sand oft mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht. |
Tipps zur Dünenbesteigung:
Im weichen Sand ist es gar nicht so einfach, vorwärtszukommen, da man immer wieder einsinkt oder zurückrutscht. Für manche ist es einfacher, barfuß zu laufen. Das solltest du allerdings nur früh am Morgen oder später am Abend tun, denn mittags wird der Sand stechend heiß. Es gibt auch spezielle Wüstenschuhe, die besonders atmungsaktiv sind. Klassische, mindestens knöchelhohe Wanderschuhe reichen meist jedoch aus, sofern du nicht regelmäßig tagelange Wüstentouren unternimmst. Am besten kommst du vorwärts, wenn du in bereits vorhandene Spuren trittst. Unsere Kollegin Martina berichtet von ihrer Wüstentour:
„Der Boden ist abwechselnd sehr hart und dann wieder ganz weich, was die Fortbewegung spannend bleiben lässt. Man ist immer auf der Suche nach den harten Stellen, was man aber oft erst sieht, wenn man den Fuß aufsetzt.“



Häufig gestellte Fragen zum Sossusvlei in Namibia
Von roten Dünen bis hin zu schwarzen Bäumen steckt das Sossusvlei voller spektakulärer Naturphänomene. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die so außergewöhnliche Region in Namibia.
Das Wort „Sossusvlei“ (sprich „Zoss-uss-flei“) besteht aus den zwei Teilen „Sossus“ und „Vlei“. In der alten afrikanischen Sprache Nama bedeutet „Sossus“ „blinder Fluss“ und „Vlei“ steht für „Pfanne“ oder „Senke“. Der Name bezieht sich auf die Tatsache, dass der Fluss, der einst in die Salz-Ton-Pfanne im Namib-Naukluft-Park in Namibia geflossen ist, mittlerweile zuvor versickert und nur noch selten Wasser führt.
Das Sossusvlei ist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang für Besucher zugänglich. Wer im Namib-Naukluft-Park übernachtet, erhält bereits eine Stunde zuvor Zutritt und darf sich eine Stunde länger im Park aufhalten. Aus diesem Grund gibt es zwei Tore, zwischen denen sich die Übernachtungscamps befinden. Die tagesaktuellen Öffnungszeiten sind am Eingang am Sesriem Gate ersichtlich.
Das Sossusvlei ist vor allem für seine roten Dünen und die kargen Lehmpfannen bekannt, die begehrte Fotomotive sind. Folgende Aktivitäten sind im Sossusvlei möglich:
– Dünenbesteigung, zum Beispiel auf die Düne 45 (besonders beliebt zum Sonnenaufgang) oder auf die Big Daddy Dune (die höchste Düne der Region)
– Besuch des Dead Vlei: Salz-Lehm-Pfanne mit schwarzen, abgestorbenen Bäumen)
– Besuch des Sossusvlei: Salz-Lehm-Pfanne mit Kameldornbäumen)
– Wanderung durch den Sesriem Canyon: Bis zu 30 m tiefe Schlucht mit stellenweise sehr engen Felswänden
– Suche nach Feenkreisen: Kahle Kreise umgeben von einem hohen Grasrand, deren Entstehung wissenschaftlich nicht erklärbar ist
Das Sossusvlei: Rotes Dünenmeer in Nambia
Ein Sonnenaufgang auf einer der höchsten Dünen der Welt, ein Picknick unter Bäumen, die den Zeichen der Zeit trotzen, oder ein Spaziergang im Schatten von meterhohen Felsen: Das Sossusvlei hält Erlebnisse bereit, von denen du nicht einmal wusstest, dass sie überhaupt möglich sind. Du kannst dich mit dem Ausblick auf ein rot schimmerndes Sandmeer für den Aufstieg auf die Düne 45 belohnen, im Angesicht des Farbspiels aus schwarzen Ästen vor blauem Himmel und weißem Boden im Dead Vlei die Zeit vergessen und an den Steinen des Sesriem Canyons vor dir sehen, wie die Erde wohl vor Millionen von Jahren einmal ausgesehen haben muss. Oryx-Antilopen beäugen dich vom Straßenrand, Geckos weisen dir flink den Weg durch den Sand und die Nationalpflanze Welwitschie zeigt sich als echter Überlebenskünstler in der trockenen Wüste.
Die Region im Namib-Naukluft-Park wirkt wie ein Schauplatz, an dem die Natur ihre ganzen Kräfte gesammelt hat, um alle erdenklichen Wunder in unmittelbarer Nähe zueinander zu vereinen. Naturverbundene, Abenteuerlustige und Geologieinteressierte fühlen sich hier wie im Paradies. Bei den ASI Reisen nach Namibia erlebst du dieses fantastische Fleckchen Erde ganz ohne Planungs-Aufwand. Wir kümmern uns um Permits, passen die besten Zeiten für jedes Highlight ab, organisieren eine Unterkunft nahe des Parks und dein Guide hält noch einige mehr Geheimtipps und Infos zum Staunen über das Sossusvlei bereit. Und vielleicht entschlüsselst du ja sogar das Geheimnis der Feenkreise.
Namibia ist für uns eins der schönsten Länder für Aktivreisen. Noch mehr Orte, die du mit allen Sinnen erkunden kannst und viel mehr Reise-Inspiration, findest du bei uns auf Instagram @asireisen.
„Der Boden ist abwechselnd sehr hart und dann wieder ganz weich, was die Fortbewegung spannend bleiben lässt. Man ist immer auf der Suche nach den harten Stellen, was man aber oft erst sieht, wenn man den Fuß aufsetzt.“






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