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Jakobsweg – Camino Francés

Wer vom Jakobsweg spricht, meint damit meist den Camino Francés. Denn der „Französische Weg“, der von Frankreich aus quer durch den Norden Spaniens zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt, ist die bekannteste und am meisten begangene Route des berühmten Pilgerwegs. Auf den rund 800 km durchquerst du auf 32 Etappen die unterschiedlichsten Landschaften, entdeckst kulturelle Perlen in historischen Altstädten, erlebst in kleinen Dörfern die ländliche Seite Spaniens und wirst von Mythen und Legenden sowie dem allgegenwärtigen Pilgergeist begleitet. Dank der bestens ausgebauten Infrastruktur und der moderaten Schwierigkeit, bietet dir der Camino Francés auch als Pilger- und Wanderneuling die Möglichkeit, in die spanische Natur und Kultur einzutauchen und zu entschleunigen.

Routeninformationen

Länge
769 km
Höhenmeter
20.933 hm
Dauer
33 Tage
Schwierigkeitsgrad
Leicht - Mittel

Aufgrund der hervorragenden Infrastruktur lässt sich der Camino Francés unterschiedlich gestalten – das gilt sowohl für den Startpunkt als auch für die Etappenlänge. Die meisten beginnen ihre Pilgerreise jedoch im französischen Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port nahe der französisch-spanischen Grenze. Von dort aus geht es direkt mit dem wohl anspruchsvollsten Abschnitt des Jakobswegs los, gilt es doch die Pyrenäen zu überwinden. Ist die herausfordernde erste Etappe geschafft, folgen entspanntere Wanderungen, die lediglich von wenigen nennenswerten Höhenunterschieden unterbrochen werden. 

Du pilgerst durch die spanischen Regionen Navarra, La Rioja, Castilla y Léon und Galicien, die alle mit ihrem ganz eigenen Charakter zur Vielfalt des Weges beitragen. Es geht über Feld- und Kieswege, vorbei an Weingärten, durch duftende Wälder, traditionelle Dörfer und kulturreiche Städte. Dazwischen laden fantastische Aussichten immer wieder zum Innehalten ein und in den Herbergen kommst du schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch. Die zahlreichen Wegweiser mit Jakobsmuscheln und gelben Pfeilen sorgen dafür, dass du dich voll und ganz auf das Erlebnis konzentrieren kannst, ohne dir um den Streckenverlauf Gedanken machen zu müssen.  

Auf den letzten Etappen ab Sarria erhöht sich das Pilgeraufkommen schließlich spürbar. Denn wer diesen Ort als Startpunkt seiner Pilgerreise wählt, legt die zum Erhalt einer Pilgerurkunde notwendigen 100 km zurück. Hast du den Camino Francés jedoch in St. Jean Pied de Port begonnen, liegen beim Erreichen deines Ziels an der Kathedrale von Santiago de Compostela schließlich rund fünf ereignisreiche und bereichernde Wochen hinter dir.

Route & Etappen

Der Camino Francés startet im französischen Saint-Jean-Pied-de-Port und führt dich vom Osten in den Westen quer durch den Norden Spaniens. Je nach Jahreszeit, deiner körperlichen Verfassung, deiner Erfahrung, dem Gewicht deines Gepäcks und deiner Muße kannst du den Weg innerhalb von rund 30 bis 40 Tagen, ganz nach deinem Geschmack zurücklegen, denn das dichte Netz an Herbergen lässt dir bei der Gestaltung deiner Pilgerreise ein großes Maß an Flexibilität. Wer mag, plant in Städten wie León oder Pamplona eine zusätzliche Übernachtung ein, um die Sehenswürdigkeiten und die Atmosphäre ausführlich zu genießen.  

Wir stellen im Folgenden die am häufigsten gewählte Variante mit 32 Etappen und Tagesdistanzen von etwa 18 bis 39 km vor.

Etappe 1

Saint-Jean-Pied-de-Port

Roncesvalles

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Klassischerweise startet der Camino Francés in Frankreich, im kleinen Ort Saint-Jean-Pied-de-Port. Die etwa 15 km bis zur Grenze nach Spanien sind spektakulär, aber herausfordernd, gilt es doch, die Pyrenäen zu überwinden. Über 1.200 hm geht es über die Route Napoleon (im Winter über Valcarlos) an Schafherden vorbei hinauf zum Pass Col de Lepoeder, bevor du mit der Erinnerung an atemberaubende Panoramen anschließend wieder hinab zum Bergdorf Roncesvalles am Fuß des Ibañeta-Passes wanderst.

Distanz
25km
Dauer
9h
Aufstieg
1.340hm
Abstieg
580hm

Etappe 2

Roncesvalles

Zubiri

<

Nach den Anstrengungen des ersten Pilgertages verläuft die zweite Etappe des Camino Francés entspannter. Über Wald- und Schotterwege sowie auf alten Römerstraßen überwindest du rund 300 hm, während du durch das kleine Dorf Burguete läufst und den 801 m hohen Erro-Pass besteigst, bis du schließlich die Brücke „Puente de la Rabia“ mit ihren zwei gotischen Bögen überquerst und im Dörfchen Zubiri – dem „Dorf an der Brücke“ – dein Etappenziel erreichst.

Distanz
22km
Dauer
6h
Aufstieg
300hm
Abstieg
700hm

Etappe 3

Zubiri

Pamplona

<

Heute geht es auf weitgehend flachen Wegen über das Dorf Larrasoaña zunächst nach Villava, wo du eine Zwischenübernachtung einschieben kannst. Ansonsten wanderst du weiter durch Burlada und gelangst nach Pamplona, wo du über die mittelalterliche Puente Magdalena schreitest, vorbei an Festungsanlagen marschierst und durch das Frankentor in der geschichtsträchtigen Altstadt der Hauptstadt Navarras ankommst. 

Distanz
20km
Dauer
6h
Aufstieg
240hm
Abstieg
320hm

Etappe 4

Pamplona

Puente la Reina

<

Nach den letzten beiden erholsameren Tagen bietet die vierte Etappe des französischen Jakobswegs etwas mehr Herausforderungen. Durch kleine, teils nahezu verlassene Dörfer pilgerst du auf einem sich schlängelnden Feldweg zum 800 m hohen Pass Alto del Perdon über den Sierra del Perdón („Berg der Läuterung“). Ein Fotostopp vor der bekannten Pilgerzug-Skulptur ist ein guter Grund für eine kurze Verschnaufpause, bevor du den steinigen Abstieg hinunter ins Tal antrittst. Durch Mohnfelder und an einer Schnitzfigur des heiligen Jakobs vorbei, erwartet dich am Ende des Pilgertages das für den Jakobsweg bedeutsame Puenta la Reina. Denn vor der gleichnamigen, im 11. Jahrhundert erbauten Brücke, vereinen sich der navarrische (dem du bisher gefolgt bist) und der aragonische Jakobsweg zum Hauptweg Camino Francés.

Distanz
24km
Dauer
6h
Aufstieg
373hm
Abstieg
475hm

Etappe 5

Puente la Reina

Estella

<

Auf der heutigen fünften Etappe verändert sich die zuvor von den Pyrenäen geprägte Landschaft und so erblickst du auf dem Weg von einem kleinen Ort zum nächsten Weingärten und Getreidefelder. Im Dörfchen Cirauqui ist das gut erhaltene mittelalterliche Zentrum einen Zwischenstopp wert. Anschließend wirst du vermutlich vom Etappenziel überrascht werden, denn das charmante Estella versteckt sich am Río Ega in einem Tal zwischen den umliegenden Bergen. Die mittelalterlich geprägte Stadt mit ihren romanischen Bauten und dem Palast der Könige von Navarra liegt übrigens erst seit dem Jahr 1085 auf dem Camino Francés – damals soll dort die Jungfrau von Puy erschienen sein.

Distanz
22km
Dauer
6h
Aufstieg
325hm
Abstieg
253hm

Etappe 6

Estella

Los Arcos

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Auf der sechsten Etappe deiner Pilgerreise auf dem Camino Francés erwartet dich Natur vom Feinsten. Entlang von Weingärten marschierst du durch Wälder und über Felder und erreichst zunächst das erstmals im Jahr 958 erwähnte Kloster Irache mit seinem bekannten Weinbrunnen. Nachdem du das Dorf Azqueta passiert hast, geht es durch den von der gleichnamigen Burg bewachten Ort Villamayor de Monjardín nach Los Arcos.

Distanz
22km
Dauer
5h
Aufstieg
365hm
Abstieg
340hm

Etappe 7

Los Arcos

Logroño

<

Etappe 7 des Camino Francés fordert dir mit ihrer Länge zwar etwas Ausdauer ab, da jedoch nicht viele Höhenmeter überwunden werden müssen, sollte sich die Anstrengung in Grenzen halten. So hast du ausreichend Muße, um die letzten Kilometer in Navarra zu genießen und die maurisch beeinflusste Kuppel der Heiliggrabkirche in Torres del Río zu bewundern. Nach Überschreitung der Grenze ins Weinbaugebiet La Rioja erwarten dich malerische Dörfer, eingebettet in eine hügelige Landschaft und zahlreiche kulinarische Highlights. Am Ende des Pilgertages solltest du dir in Logroño unbedingt die Pilgerbrücke Puente de Piedra anschauen und dich in der Calle Laurel durch die Tapas probieren.

Distanz
29km
Dauer
6h
Aufstieg
365hm
Abstieg
340hm

Etappe 8

Logroño

Nájera

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Am achten Tag des Camino Francés steht dir erneut eine längere Strecke bevor, jedoch wieder ohne allzu große Höhenunterschiede. Zunächst sorgt der idyllische Anblick des Stausees La Grajera Reservoir für einen ruhigen Geist, bevor es auch heute auf den für die Region Roja typischen rotsandigen Wegen an Weinfeldern vorbei geht. Das Künstlerstädtchen Narvarrete lädt nach etwa der Hälfte der heutigen Pilgerstrecke mit zahlreichen Denkmälern wie der Kirche Iglesia de la Asunción zu einer Besichtigungstour ein, bevor auf dem Tedéon Hügel einer der wohl schönsten Ausblicke des Jakobswegs auf dich wartet. Mit der ehemaligen Königsresidenz Nájera befindet sich am Ende dieser Etappe eine kulturelle Perle, in der vor allem das ehemalige Benediktinerkloster Santa María la Real einen ausführlichen Blick wert ist.

Distanz
29km
Dauer
8h
Aufstieg
380hm
Abstieg
280hm

Etappe 9

Nájera

Santo Domingo de la Calzada

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Die neunte Etappe des Camino Francés gilt als eine der landschaftlich reizvollsten des gesamten Jakobswegs. Kein Wunder, denn die vielen Obst- und Gemüseplantagen sowie Weinreben, umrahmt von sanften Hügeln und gekrönt von grandiosen Panoramen sind ein wahrer Augenschmaus. Zudem gestaltet sich das Auf und Ab eher gemächlich, sodass du dich ganz dem Erlebnis hingeben kannst. Gespickt ist die Weinlandschaft von kleinen Dörfern mit reizvollen Kirchen, wobei sich am Endpunkt der Etappe die spektakulärste von ihnen befindet. Bereits weit vorab kannst du die Pracht der Kathedrale von Santo Domingo de la Cazada erahnen, denn ihr fast 70 m hoher Glockenturm strahlt dir mit seiner wunderschönen Barockarchitektur aus der Ferne entgegen.

Distanz
21km
Dauer
5h
Aufstieg
360hm
Abstieg
210hm

Etappe 10

Santo Domingo de la Calzada

Belorado

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Heute steht mit der zehnten Etappe ein beständig, aber nur minimal ansteigender Weg an. Geprägt ist der Abschnitt durch die kleinen Ortschaften, die ihren Zauber vor allem ihren kirchlichen Sehenswürdigkeiten zu verdanken haben. In Grañón kannst du traditionelle Architektur bewundern, in Redecilla del Camino in der Kirche Virgen de la Calle vor dem Taufstein aus dem 12. Jahrhundert verweilen und in Castildelgado dem dort begraben liegenden Erzbischof Francisco Delgado gedenken. Bei Ankunft in Belorado hast du schließlich die letzte Etappe in der Region La Rioja abgeschlossen.

Distanz
21km
Dauer
6h
Aufstieg
320hm
Abstieg
180hm

Etappe 11

Belorado

San Juan de Ortega

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Auf der elften Etappe tauchst du in den Teil des Camino Francés ein, der in der Region Castilla y Léon liegt. In der Hochebene erwartet dich ein mittelschwerer Abschnitt, der mit einigem Auf und Ab und allerlei Sehenswertem für Abwechslung sorgt. Auf den ersten Hingucker kannst du dich im kleinen Ort Tosantos freuen: Die Ermita Nuestra Señora de la Peña bietet mit ihrer teilweise in den Berg gegrabenen Bauweise einen spektakulären Anblick. Weitere architektonische Highlights folgen in den Dörfern Villambistia und Espinosa del Camino mit ihren Kirchen und den ländlichen Fachwerkhäusern. Anschließend steht der Aufstieg über die Montes de Oca bevor, wo sich die Natur in bunter Vielfalt präsentiert. Ein duftender Kiefernwald leitet dich abschließend zum Kloster San Juan de Ortega, in dem du auch übernachten kannst.

Distanz
24km
Dauer
6h
Aufstieg
430hm
Abstieg
200hm

Etappe 12

San Juan de Ortega

Burgos

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Landschaftlich erwarten dich auf der zwölften Etappe des Camino Francés weite Felder und idyllische Wälder. Kulturell beschert dir der Abschnitt Einblicke in unterschiedliche Epochen der spanischen Geschichte. Gedenktafeln erinnern an den Tod Königs Garcia V. im Jahr 1054, während dich die Höhlen bei Atapuerca zeitlich noch weiter zurückreisen lassen: Fossile Funde deuten hier auf eine Besiedlung der Neandertaler vor über 800.000 Jahren hin. Durch mehrere kleine Orte gelangst du schließlich in die im Jahr 850 gegründete Provinzhauptstadt Burgos, die mit ihrer zum UNESCO Weltkulturerbe zählenden gotischen Kathedrale an ihre prächtige Zeit als Krönungsstadt erinnert. In einem der Restaurants um den sechseckigen Plaza Mayor kannst du die Zeitreise des heutigen Wandertages noch einmal Revue passieren lassen.

Distanz
26km
Dauer
7h
Aufstieg
70hm
Abstieg
210hm

Etappe 13

Burgos

Hornillos del Camino

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Hast du die zahlreichen Sehenswürdigkeiten von Burgos ausführlich bewundert (vielleicht während eines zusätzlichen Pausentages), startest du heute zum ersten, relativ einfach zu bewältigenden Abschnitt durch die Meseta. Mit Eintritt in die zentralspanische Hochebene im Dorf Tardajos wird die sich nun völlig anders zeigende Landschaft deine Aufmerksamkeit wecken. Statt Bergen und Bäumen prägt eine solche Kargheit die Umgebung, dass man sich fast schon in der Wüste wähnt. Abwechslung bietet die Kirche Santa Marina in Rabé de las Calzdadas vor Erreichung des 13. Etappenziels Hornillos del Camino. Das weniger als 100 Einwohner zählende Dorf empfängt dich mit seiner Ruhe und historischen Atmosphäre als entspannter Ort zum Durchatmen.

Distanz
21km
Dauer
6h
Aufstieg
110hm
Abstieg
160hm

Etappe 14

Hornillos del Camino

Castrojeriz

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Etappe 14 des Camino Francés führt dich mit mäßigem Höhenunterschied weiter durch die Felder des Hochlands von Kastilien. Zunächst geht es nach San Bol. Der kleine Ort ist vor allem für seine Pilgerherberge, in die diejenigen Pilgernden ausweichen, die in Hornillos del Camino keine Unterkunft bekommen haben, bekannt. An heißen Tagen kannst du dich an der dortigen Quelle erfrischen – auch, wenn die angeblichen heilenden Kräfte wohl nur auf dem Scherz eines früheren Hospitaleros beruhen. Im weiteren Verlauf des Jakobswegs schreitest du durch den Spitzbogen des im 12. Jahrhundert gegründeten Klosters San Anton de Castrojeriz. Teile dir deine Kräfte am besten so ein, dass du am Endpunkt der Etappe noch die Kirchen Santo Domingo und San Juan von Castrojeriz besichtigen kannst.

Distanz
20km
Dauer
5h
Aufstieg
270hm
Abstieg
280hm

Etappe 15

Castrojeriz

Frómista

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Die letzte Nacht solltest du zum Erholen genutzt haben, denn die 15. Etappe hält direkt am Start eine gute Portion Anstrengung bereit. Zunächst geht es nämlich steil hinauf auf den Tafelberg von Castrojeriz. Oben angekommen entschädigt jedoch die Burgruine Castrum Sigerici und der fantastische Ausblick für jede Schweißperle. Anschließend marschierst du direkt wieder steil hinab und damit liegt der herausforderndste Teil des Tages hinter dir. Nun verläuft der Weg nahezu eben über Landstraßen und Feldwege bis zur Holzfigur des pilgernden Santiagos in Itero de la Vega, du überquerst den Fluss Pisuerga, schreitest durch die karge Tierra del Campos und folgst einem alten Bewässerungskanal. In Frómista, der Hauptstadt der Romanik, angekommen, lohnt sich ein Blick in die prächtig verzierte, romanische Kirche San Martín.

Distanz
25km
Dauer
6h
Aufstieg
230hm
Abstieg
260hm

Etappe 16

Frómista

Carrión de los Condes

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Die 16. Etappe beschert dir einen relativ kurzen Pilgertag auf dem Camino Francés, der dank der überschaubaren Höhenmeter insgesamt ziemlich erholsam abläuft. Eine Landstraße führt dich zunächst in den von der Romanik geprägten Ort Población de Campos und im Anschluss weiter nach Villalcázar de Sirga. Die aufwendig verzierte Kirche Santa María la Blanca lässt noch heute die Bedeutsamkeit der Stadt im Mittelalter erahnen. Den letzten Abschnitt bis zur kleinen Stadt Carrión de los Condes am Rio Carrión legst du begleitet vom Panorama des Kantabrischen Küstengebirges zurück.

Distanz
19km
Dauer
5h
Aufstieg
90hm
Abstieg
40hm

Etappe 17

Carrión de los Condes

Sahagun

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Heute kannst du besonders stolz zurück- und vorausblicken, denn auf der 17. Etappe hast du bereits über die Hälfte des Camino Francés gemeistert. Derart motiviert wirst du auch den vor dir liegenden langen – dafür aber weitgehend flachen – Abschnitt, der zu Beginn nahe einer Autobahn entlangführt, gut hinter dich bringen. Nimm dir ausreichend Proviant und Sonnenschutz mit, denn die nächste Ortschaft, Calzadilla de la Cueza, erreichst du erst nach 16 km über karge Felder mit kaum Schatten. Von nun an passierst du regelmäßiger Dörfer. Terradillos de Templarios wählen viele Pilgernde, die eine kürzere Etappe von 26 km bevorzugen, als Übernachtungsort. Ansonsten geht es für dich entlang einer Landstraße weiter an den Kirchen und Brunnen von Moratinos und San Nicolás del Real Camino vorbei bis nach Sahagún.

Distanz
39km
Dauer
8h
Aufstieg
150hm
Abstieg
170hm

Etappe 18

Sahagun

Reliegos

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Die 18. Etappe des Camino Francés verlangt dir sowohl körperlich als auch mental etwas Ausdauer ab, denn stellenweise scheint es nahezu endlos geradeaus zu gehen. Nach nicht allzu langer Zeit erreichst du jedoch zunächst Calzada del Coto, wo die Mujedar-Pfarrkirche zum Innehalten einlädt. Dort kannst du dich entscheiden, ob du dem klassischen Jakobsweg nach Bercianos del Real Camino oder lieber der Römerstraße Via Trajana nach Calzadilla de los Hermanillos folgst. Letztere ist etwas ruhiger und vor allem im Frühling mit den blühenden Blumen am Wegesrand ein buntes Paradies. In Reliegos wirst du von ländlichem Charme begrüßt, kannst dich ausruhen und die in die Hügel gegrabenen Bodegas, in denen Wein und Schinken gelagert wird, besichtigen.

Distanz
30km
Dauer
6h
Aufstieg
150hm
Abstieg
140hm

Etappe 19

Reliegos

León

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Heute wanderst du ein letztes Mal auf dieser Pilgerreise in den Hochebenen der Meseta und am Ende der 19. Etappe erwartet dich nach den ländlichen Eindrücken der letzten Tage etwas urbanes Flair. Als erstes geht es nach Mansilla de las Mulas und über eine mittelalterliche Brücke über den Rio Esla, bevor du auf und neben einer Nationalstraße durch die Dörfer Villamoros und Puente de Villarente in eine der wenigen größeren Städte entlang des Camino Francés gelangst: León, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz bietet mit ihren zahlreichen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten so viele Möglichkeiten, dass sich eine zusätzliche Zwischenübernachtung anbietet. Neben der wunderschönen Kathedrale, der Basilica de San Isidoro und dem von Antonio Gaudí entworfenen Bankgebäude, sind die lebendigen Tapasbars eine willkommene Abwechslung für alle, die sich nach Unterhaltung sehnen.

Distanz
25km
Dauer
5h
Aufstieg
140hm
Abstieg
130hm

Etappe 20

León

Villadangos del Páramo

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Mit dem Abschied von León tauschst du an diesem Wandertag Stadt- gegen Landleben ein und bist bald wieder umgeben von Weizenfeldern. In Virgen del Camino wird dich die örtliche Kirche mit ihrer avantgardistischen Architektur überraschen. Nimm dir etwas Zeit, um die eindrucksvollen Skulpturen an der Fassade unter die Lupe zu nehmen, bevor du nach Valverde de la Virgen und San Miguel del Camino aufbrichst. Lässt du die dem Erzengel Michael geweihte Pfarrkirche hinter dir, sind es ganze acht Kilometer, bis du den nächsten Ort erreichst. Zur Abrundung der 20. Etappe des Camino Francés ist ein Besuch der Jakobskirche in Villadangos del Páramo empfehlenswert. Vielleicht entdeckst du in den Giebeln des Glockenturms sogar ein Storchennest. 

Distanz
20km
Dauer
5h
Aufstieg
170hm
Abstieg
150hm

Etappe 21

Villadangos del Páramo

Astorga

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Die 21. Etappe des Camino Francés ist geprägt von kleinen Kirchen, die sowohl von außen als auch von innen mit einigen Besonderheiten aufwarten. Die erste erwartet dich in San Martín del Camino, später kommst du außerdem an der Jakobus-Kirche in Villares de Órbigo, an der Santísima Trinidad in Santibáñez de Valdeiglesia und an der Kirche San Justo in San Justo de la Vega vorbei. Du erblickst Landschaftszüge, auf denen Knoblauch, Lauch und Zwiebeln angebaut werden und siehst die Montes de Léon rund 2.000 m hoch aufragen. Nach dem Aufstieg zum Crucero de San Toribio kurz vor San Justo kannst du nicht nur dem aus seinem Amt vertriebenen Bischof Toribio gedenken, sondern auch das atemberaubende Panorama auf dein Etappenziel Agora genießen. Bist du knapp sieben Stunden nach deinem Start dort angekommen, erwartet dich der vom katalanischen Architekten Antonio Gaudí entworfene Bischofspalast, römische Ausgrabungen und zwei in Trachten gekleidete Figuren auf dem Glockenturm des Rathauses.

Distanz
27km
Dauer
7h
Aufstieg
200hm
Abstieg
190hm

Etappe 22

Astorga

Rabanal del Camino

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Nutze die Schokoladenschäfte in Astorga, um dich mit Proviant auszustatten, denn nach den relativ flachen Wegen der letzten Tage wirst du heute stetig in leichtem Anstieg bergan marschieren. Auch die Landschaft beschert dir Ungewohntes: Auf dem kargen, roten und unfruchtbaren Boden der „Maragatería“ wachsen kleine Bäume, Dornenbüsche und Lavendel. Die Dörfer, die du auf der 22. Etappe passierst, sind größtenteils winzig, manche von ihnen nahezu unbewohnt. Ihre Namen jedoch sind klangvoll: Murias de Rechivaldo, Santa Catalina de Somoza und El Ganso durchquerst du beim Pilgern entlang einer Landstraße, dazwischen rastest du unter der „Roble del Peregrino“, der „Pilgereiche“. Am Schluss geht es auf einem steinigen Pfad hinauf nach Rabanal del Camino, was mit seinem Benediktinerkloster Monte Irago so herrlich gemütlich wirkt.

Distanz
21km
Dauer
6h
Aufstieg
313hm
Abstieg
17hm

Etappe 23

Rabanal del Camino

Ponferrada

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Auf der 23. Etappe steht im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt des Camino Francés an, denn du erreichst den höchsten Punkt des Pilgerwegs. Da du dich jedoch zum Start bereits auf rund 1.150 m Höhe befindest, ist der Weg zum 1.500 m hoch gelegenen Cruz de Ferro weniger anstrengend als das von dir bereits am ersten Tag gemeisterte Überqueren der Pyrenäen. Zunächst gelangst du jedoch nach Foncebadón, was von manch einem auch als Endziel der 22. Etappe auserkoren wird. Vorbei an den Ruinen der Salvador-Kirche stehst du nach ein paar weiteren Höhenmetern bald vor dem legendären Eisenkreuz am Monte Irago. Vielleicht möchtest du den Steinhaufen darunter um einen weiteren Stein vergrößern und damit symbolisch alles Belastende abgeben, bevor du weiter durch mehrere kleine Orte und einen Kastanienwald zum Tagesziel Ponferrada aufbrichst. Dort sind die Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie die Burg, die Basílica de la Encina und der Torre del Reloj einen Spaziergang wert.

Distanz
32km
Dauer
9h
Aufstieg
508hm
Abstieg
1.115hm

Etappe 24

Ponferrada

Villafranca del Bierzo

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Weinberge und kleine Dörfer formen die Kulisse für die 24. Etappe des Camino Francés und so beruhigend dieses Szenario klingt, so entspannt gestaltet sich auch die heutige Wanderung. Vielleicht nutzt du eine Weinprobe für eine längere Rast? In Columbrianos und Camponaraya kannst du Kirchen, Herrenhäuser und römische Relikte besichtigen. Anschließend geht es über den Fluss Reguera de Naraya, entlang von Weinbergen und Pappeln bis in das geschichtsträchtige Cacabelos, wo einst die Römer die Goldvorkommen der Region kontrollierten. Du überquerst den Fluss Cúa über eine historische Steinbrücke, bewältigst noch einen Anstieg und findest dich am Ende des Pilgertages in der sonnenverwöhnten und unter Denkmalschutz stehenden Altstadt von Villafranca del Bierzo wieder.

Distanz
21km
Dauer
7h
Aufstieg
230hm
Abstieg
230hm

Etappe 25

Villafranca del Bierzo

O Cebreiro

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Auf der 25. Etappe steht dir einer der anstrengendsten, aber auch schönsten Abschnitte des Camino Francés bevor. Der erste Teil des Wegs bereitet dich mit seinem leichten Anstieg auf die rund 500 hm, die es auf den letzten sechs Kilometern zu überwinden gibt, vor. Dank der zahlreichen Dörfer und umgeben von abwechslungsreichen Landschaften gestaltet sich die Wanderung dennoch kurzweilig. Ein weiterer Meilenstein: Du lässt heute León hinter dir und betrittst Galicien. Zuerst passierst du Pereje am Fluss Valcare, spürst zwischen den Galicisch sprechenden Einheimischen in Trabedelo bereits die Nähe zu Galicien, folgst in Las Herrerías de Valcarce den historischen Spuren der Eisenherstellung und überschreitest hinter La Laguna die Grenze nach Galicien – aufgrund des unter Pilgernden legendären Grenzsteins nicht zu übersehen. Nun gilt es noch einmal alle Kräfte zu sammeln, um den Anstieg in das über 1.300 m hoch gelegene O Cebreiro zu meistern.

Distanz
30km
Dauer
8h
Aufstieg
1.200hm
Abstieg
430hm

Etappe 26

O Cebreiro

Triacastela

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Nach einem letzten Blick auf die ortstypischen, runden und mit Strohdächern bedeckten Pallozas aus Stein und die Windmühlen tauchst du auf der 26. Etappe des Camino Francés in das grüne und fruchtbare Galicien ein und kannst dich immer wieder am Anblick kleiner Kapellen aus Feldstein erfreuen. Nach dem Abstieg zum Dorf Liñares geht es zum Pilgerdenkmal auf den Alto de San Roque hinauf und nach den Dörfern Hospital da Condesa und Padornelo wartet ein rund halbstündiger Weg auf den 1.337 m hohen Pass Alto de Poio. Ein paar kleine Siedlungen später folgst du einem Feldweg an den nördlichen Ausläufer der Sierra Calderon entlang, während du dich vom wunderschönen Blick in die Ebene begleiten lässt.

Distanz
21km
Dauer
7h
Aufstieg
290hm
Abstieg
910hm

Etappe 27

Triacastela

Sarria

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Heute gilt es noch einmal die Ruhe des Jakobswegs auszukosten, denn ab dem Etappenziel Sarria begeben sich aufgrund der 100 km-Marke bis nach Santiago de Compostela weitaus mehr Pilgernde auf den Camino Francés. Zu Beginn des Tages steht jedoch die Entscheidung an, ob du am Rio Sarria entlang und am ehrwürdigen Kloster Samos vorbei wanderst (ca. 23 km / 6 h) oder ob du die rund 5 km kürzere, dafür etwas steilere Route über San Xil (ca. 18 km, 5,5 h) nimmst. Erstere ist von Kastanien- und Eichenwäldern geprägt, letztere durchquert ein wunderschönes Tal und führt hinauf zum Pass Alto de Riocabo. Beide Varianten treffen sich für die verbleibenden rund fünf Kilometer in Aguiada und führen dich über den Rio Sarria am Pilgerdenkmal „Homenaja al Peregrino“ vorbei in die Altstadt von Sarria – eine der größten Städte auf dem Französischen Weg. Umgeben von zahlreichen Gleichgesinnten ist die unverwechselbare Pilgeratmosphäre allgegenwärtig.

Distanz
18km
Dauer
6h
Aufstieg
210hm
Abstieg
440hm

Etappe 28

Sarria

Portomarín

<

Egal, ob du dem Camino Francés bereits vom offiziellen Starpunkt folgst oder deine Wanderung in Sarria startest: Auf der heutigen Etappe erlebst du die ländliche Seite Galiciens in voller Pracht. Du durchquerst Bauerndörfer, marschierst durch dichte Wälder, über Felder und Wiesen, entdeckst römische Überreste, folgst kleinen Bächen und siehst dazwischen immer wieder die alten Getreidespeicher „Horreos“. Bestaune die aufwendig gestaltete Fassade der romanischen Jakobskirche Igrexa de Santiago in Barbadelo, bevor du in Brea vor dem Kilometerstein 100 des Camino Francés deine Pilgerleistung zelebrieren darfst. Hast du Ferreiros und Valachá durchquert, siehst du bald schon die Brücke über den Stausee von Belesar vor dir, die dich über 350 m und eine Steintreppe hinunter nach Portomarín führt.

Distanz
22km
Dauer
6h
Aufstieg
380hm
Abstieg
440hm

Etappe 29

Portomarín

Palas de Rei

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Hast du einen Nebenarm des Belesar-Stausees über eine Fußgängerbrücke überquert, steht ein rund 15-minütiger Aufstieg bevor. Beim anschließenden Durchatmen dringt der wohltuende Duft von Pinien und Eukalyptus in deine Nase, während du Örtchen wie Toxibo, Gonzar und Castromaior passierst. In letzterem lohnt sich ein Abstecher zur vorrömischen Festung, bevor du über ein von Heidekraut bewachsenes Hochplateau Hospital de la Cruz und Ventas de Naron erreichst. Auf dem Weg nach Ligonde bietet das Wegkreuz von Os Lameiros einen malerischen Grund für einen Zwischenstopp. Es folgen weitere kleinere Weiler und ein kurzer Anstieg zum Alto de Rosario mit anschließendem Abstieg nach O Rosario, bis du in Palas de Rei das 29. Etappenziel des Camino Francés erreichst. Ob dort tatsächlich mal ein „Königspalast“ stand, ist zwar nicht belegt, die Kirche San Tirso mit ihrem charakteristischen Turm ist aber auf jeden Fall ein Hingucker.

Distanz
25km
Dauer
7h
Aufstieg
510hm
Abstieg
340hm

Etappe 30

Palas de Rei

Ribadiso de Baixo

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Ein stetiges Auf und Ab prägt die 30. Etappe des Camino Francés, wobei der Weg mehr bergab als bergauf führt. Über das Campo dos Romeiros verlässt du Palas de Rei, läufst an der romanischen Dorfkirche sowie galicischen Maisspeichern in San Xulián do Camiño vorbei und gelangst durch Eichenwälder und über Wiesen nach A Ponte Campaña, gefolgt von Casanova. Leboreiro, wo du einen Blick auf die spätromanische Kirche Santa Maria werfen solltest, durchquerst du auf einer alten Pflasterstraße, bevor dich die Magdalenenbrücke über den Fluss Seco führt. Eine weitere hübsche Brücke leitet dich in den Ortskern von Furelos, in Melide solltest du dem mit Löwenköpfen verzierten Brunnen Tribut zollen. In Boente laden die Darstellung des heiligen Jakobus in der Dorfkirche sowie der Saleta-Brunnen zur Rast, sodass du den letzten Abschnitt bis nach Ribadiso de Baixo gut meistern kannst.

Distanz
26km
Dauer
7h

Etappe 31

Ribadiso de Baixo

O Empalme

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Auf den nächsten zwei Etappen, die gleichzeitig die letzten des Camino Francés sind, präsentiert sich der berühmte Pilgerweg von seiner lebhaftesten Seite. In den zahlreichen kleinen Cafés entlang des Wegs treffen Pilgernde aus aller Welt aufeinander, die Stimmung ist ausgelassen – schließlich ist das Ziel nun fast schon greifbar. Während du durch weite Felder und an Eukalyptusbäumen vorbei pilgerst, wirst du auch auf tierische Begleiter treffen: Die Kühe zeugen von den Käsespezialitäten, für die die Region so bekannt ist. Bereits nach wenigen, stets bergauf führenden Kilometern, hast du in den Käsereien von Arzúa Gelegenheit, dich selbst von ihrem Geschmack zu überzeugen. Anschließend geht es durch kleine Dörfchen, die oftmals nur aus wenigen Häusern bestehen, und vorbei an Bauernhöfen weiter, bis du nach Salceda entlang der Landstraße bis zum Etappenziel O Empalme weiterläufst.

Distanz
18km
Dauer
5h
Aufstieg
320hm
Abstieg
240hm

Etappe 32

O Empalme

Santiago de Compostela

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Heute ist es soweit: Du erreichst nach rund 800 km das Ziel deiner Pilgerreise! Nach deinem Start in O Empalme wanderst du über Santa Irene nach Amenal, überquerst die Straße durch einen Tunnel, marschierst aufwärts durch einen Eukalyptuswald und erreichst Lavacolla. Einst reinigten sich hier die Pilgernden vor ihrem Eintritt nach Santiago, heute wird ab diesem Ort immer deutlicher, dass du dich der Pilgerhauptstadt näherst: Das Landschaftsbild wird städtischer, nicht zuletzt aufgrund des naheliegenden Flughafens. Ab Villamaior sind es noch weniger als 10 km bis zum Ziel und mit San Marcos hast du den letzten Ort vor Santiago de Compostela erreicht. Bereits bevor du dort ankommst, erwartet dich ein Gänsehautmoment: Vom Monte do Gozo (380 m) kannst du das erste Mal auf dem Camino Francés die Türme der berühmten Kathedrale erblicken. Beflügelt geht es für die letzten 5 km abwärts und schließlich trittst du durch die Porta do Camino in die Altstadt von Santiago de Compostela ein und stehst schon bald vor der Kathedrale. Vergiss nicht, deine Compostela im Pilgerbüro abzuholen.

Distanz
24km
Dauer
6h
Aufstieg
364hm
Abstieg
460hm

Etappe 33

Santiago de Compostela

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Highlights

Das bekannteste Highlight des Camino Francés ist ohne Frage das Ziel des Pilgerwegs: die Kathedrale in Santiago de Compostela. Doch bereits der Weg dorthin hält derart viele Sehenswürdigkeiten und Orte zum Innehalten bereit, dass du trotz aller freudiger Erwartung unweigerlich den Schritt immer wieder verlangsamen wirst. Atemberaubende Natur, historische Kulturperlen, kulinarische Genussmomente und über allem der unverwechselbare Pilgergeist, der durch die Begegnung mit Gleichgesinnten und kirchlichen Monumenten am Wegesrand entsteht, machen die Pilgerreise zu etwas ganz Besonderem. In Kombination mit der hervorragenden Infrastruktur und der sich damit ergebenden Flexibilität ist es kein Wunder, dass der Camino Francés die bekannteste Variante des Jakobswegs ist. 

Die Natur entlang des Französischen Jakobswegs zeigt sich beim Durchqueren der vier spanischen Regionen Navarra, Rioja, Nordkastilien und Galicien in den unterschiedlichsten Facetten – von Berglandschaften, über sanfte Weinberge und karge Wüstenlandschaften bis hin zu prächtigem Grün. Durch diese abwechslungsreiche Umgebung lassen sich auch die etwas anspruchsvolleren Passagen gut meistern. Zudem hast du bereits nach der ersten Etappe die Gewissheit, mit dem Überqueren des „Col de Lepoeder“ den anstrengendsten Abschnitt des gesamten Weges hinter dir zu haben. 

Die malerische Natur wird durchsetzt von eindrucksvollen Brücken in unterschiedlichen Baustilen, wie der gotischen Brücke in Zubiri oder der romanischen Puente de la Reina. Kunstvolle Skulpturen der Moderne erwecken ebenso Aufmerksamkeit wie geschichtsträchtige Bauten: So sind die Pilger-Skulpturen auf dem Pass Alto del Perdon genauso wie die Schnitzfigur des heiligen Jakobs in Muruzábal einen Fotostopp wert. 

Zur Rast warten immer wieder mittelalterliche Altstädte mit beeindruckenden Kathedralen, historischen Herrenhäusern und kunstvollen Bischofspalästen. In den größten von ihnen, wie Pamplona, Burgos und León lohnt sich eventuell sogar eine Zwischenübernachtung, um alle Sehenswürdigkeiten und das Flair in Ruhe auskosten zu können. Doch auch das kleinere Künstlerstädtchen Naravarrete oder Santo Domingo de la Cazada mit seiner sagenumwobenen Kathedrale und Astorga mit dem von Gaudí entworfenen Bischofspalast tragen zu der Faszination des Camino Francés bei. 

Duftende Eukalyptuswälder und die kulinarischen Besonderheiten der einzelnen Regionen von den Gemüsegärten Navarras bis hin zu den Weinspezialitäten in Rioja lassen dich deine Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen. Neben einer Vielzahl von kleinen Momenten, die während der gesamten Pilgerreise für Entschleunigung und Besinnung sorgen, ist an Orten wie dem höchsten Punkt am Cruz de Ferro oder auf dem Monte do Gozo mit dem ersten Blick auf die Kathedrale von Santiago de Compostela unbändige Gänsehaut garantiert. Und wenn du nach vier bis fünf Wochen umgeben von anderen Pilgernden durch die Porta do Camino schreitest und schließlich vor der Kathedrale stehst, wirst du stolz und bestimmt auch etwas emotional auf den hinter dir liegenden Weg und zahlreiche unvergessliche Erinnerungen zurückblicken.

Geschichte

Der Camino Francés ist die älteste und bekannteste Route des berühmten Jakobswegs, der seit 1998 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Bereits seit dem Mittelalter wird der Französische Jakobsweg begangen, um zu dem im 9. Jahrhundert entdeckten Grabmal des Apostels Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela zu gelangen und sich auf dem Weg von seinen Sünden zu befreien. Erste internationale Berühmtheit erlangte der Camino Francés, als er im Jahr 1135 im Codex Calixtinus, dem wichtigsten Werk über die Verehrung des heiligen Jakobus, beschrieben wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Pilgerwegs erneut zu und seitdem steigen die Pilgerzahlen stetig an – nicht zuletzt aufgrund von Bestseller-Büchern wie „Auf dem Jakobsweg“ von Paulo Coelho und „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling. Seitdem folgen tausende von Pilgernden der Strecke, um zu sich selbst zu finden, die Kultur und Geschichte Nordspaniens kennenzulernen oder sich der Herausforderung einer mehrwöchigen Wanderung zu stellen.

Beste Reisezeit

Als beste Reisezeit für den Camino Francés gelten Frühling und Herbst. Dann sind die Temperaturen angenehm, die Herbergen sind geöffnet und der Weg ist nicht zu stark frequentiert. 

Wer es noch einsamer bevorzugt, kann im Winter pilgern. Zwischen Dezember und März sinken die Temperaturen jedoch schon mal Richtung Nullpunkt und die Unterkünfte haben teilweise geschlossen. Ab April wird es langsam lebhafter, es ist nicht allzu heiß und die Pflanzen am Wegesrand beginnen zu blühen. Zwischen Juli und September wird es – insbesondere in der Meseta – heiß. Zudem herrscht Ferienzeit in Spanien und am 25. Juli findet in Santiago de Compostela das Fest des Heiligen Jakobus statt, weshalb viele Pilgernde unterwegs sind. In dieser Zeit können die Übernachtungsmöglichkeiten vor allem auf den letzten 100 km ab Sarria schon mal knapp werden. Ab Mitte September bis Anfang November nimmt die Zahl der Pilgernden wieder ab, das Wetter ist jedoch noch gut. 

Generell gilt es zu beachten, dass sich das Klima in den unterschiedlichen Regionen voneinander unterscheidet. Beim Start in Navarra herrscht feuchtes Bergklima, in La Rioja ist es etwas wärmer und regenärmer, in der Region Castilla y León mit der Meseta herrschen hohe Temperaturen und es gibt kaum Schatten und Galicien ist für mildere Temperaturen und vermehrten Niederschlag bekannt.

An- & Abreise

Da es sich bei St. Jean Pied de Port, dem Startpunkt des Camino Francés, um einen kleinen Ort handelt, ist die Anreise etwas komplex. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, aus denen du wählen kannst, um in das französische Städtchen zu gelangen. Pilgernde, die nur einen Teil des Wegs laufen möchten, können alternativ in weiteren Orten starten, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Zu den beliebtesten zählen Sarria, León, Puenta la Reina und Burgos. Die Rückreise aus Santiago de Compostela gestaltet sich unkomplizierter.

Anreise

Von Deutschland und Österreich aus kannst du mit dem Zug, dem Bus oder per Flugzeug nach St. Jean Pied de Port anreisen. 

Mit dem Zug gelangst du über Paris zuerst nach Bayonne und von dort innerhalb von etwa einer Stunde bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. 

Mit dem Bus fährst du direkt nach Bayonne und

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anschließend mit dem Zug weiter bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. 

Möchtest du mit dem Flugzeug anreisen, landest du im rund 52 km vom Startpunkt entfernten Biarritz. Je nach Airline musst du gegebenenfalls in Paris umsteigen und dort vom internationalen Flughafen Charles de Gaulle mit einem Pendelbus zum Flughafen Orly fahren. Ab Biarritz bringen dich Bus oder Taxi nach Bayonne, wo du in den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port steigen kannst. Bei der Buchung eines Gabelflugs mit Rückreise ab Santiago de Compostela lohnt es sich, als Zielort der Anreise die Städte Bilbao, Pamplona oder Santander in Spanien zu prüfen.

Abreise

Da Santiago de Compostela international eine hohe Bedeutung hat, ist die Stadt gut angebunden und du kannst problemlos per Bus, Zug oder Flugzeug zurückreisen. Für die Fahrt zum Flughafen ist eine Busverbindung aus dem Zentrum vorhanden.

Wichtige Informationen

Beim Camino Francés handelt es sich um den touristisch erschlossensten Jakobsweg. Er ist gut markiert und es gibt zahlreiche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Das ermöglicht eine flexible Etappenplanung, weshalb der Camino Francés auch für Wander- und Pilgereinsteigende gut geeignet ist. 

  • Der Camino Francés ist durchgängig mit Jakobsmuscheln, gelben Pfeilen und als spanischer Fernwanderweg GR 65 markiert.
  • Wer mindestens 100 km auf dem Jakobsweg gepilgert ist oder mindestens 200 km mit dem Fahrrad zurückgelegt hat, erhält im Pilgerbüro nahe der Kathedrale in Santiago de Compostela eine Pilgeru
  • Stelle dich auf wechselnde Wetterbedingungen ein und packe entsprechende Kleidung mit Sonnen- und Regenschutz ein.
  • Zahlreiche Unterkünfte von Pilgerherbergen bis zu Pensionen und Hotels ermöglichen die spontane Suche nach Schlafplätzen. Lediglich in der Hochsaison sollte man auf den letzten 100 km früh s
  • Auf den meisten Abschnitten sind reichlich Restaurants und Cafés vorhanden, teilweise gibt es spezielle Pilgermenüs. Auf den letzten Etappen kann man sich zudem an Straßenständen mit Provian
  • Die ersten Etappen des Camino Francés sind von Ruhe geprägt, ab Sarria erhöht sich die Frequentierung und das gemeinschaftliche Erlebnis steht im Vordergrund.

Körperliche Anforderungen

Kondition

Der Camino Francés ist relativ einfach zu begehen, die Höhenunterschiede sind moderat und die Etappen lassen sich unkompliziert länger oder kürzer gestalten. Dennoch solltest du dir bewusst sein, dass du vier bis fünf Wochen unterwegs sein wirst und deine körperliche Verfassung ehrlich einschätzen. In größeren Städten lässt sich ein Pausentag weiterlesen

gut mit Sightseeing verbinden.

Technik

Der Camino Francés ist gut ausgebaut und verläuft größtenteils auf gut begehbaren Feld- oder Waldwegen und auf Landstraßen, ohne technisch herausfordernde Abschnitt.

Empfehlungen

Der Camino Francés lässt sich aufgrund der stetig ausgebauten Infrastruktur ziemlich flexibel an deine Bedürfnisse anpassen. Folgende Dinge solltest du dabei beachten.

Familienfreundlich
Aufgrund der flexiblen Streckenplanung ist der Weg auch mit Kindern ab ca. 3 Jahren machbar, wenn die Etappen entsprechend der Erfahrung und Kondition angepasst werden.
Hunde
Generell können Hunde auf dem Camino Francés mitlaufen, allerdings sollte man sich im Voraus über mögliche Unterkünfte informieren, da in kaum einer Herberge Tiere erlaubt sind.
Radfahren
Der „Eurovelo 3“ verläuft parallel und größtenteils identisch zum Camino Francés. Meist wird er in 8 bis 14 Etappen zurückgelegt.
Gepäck
So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Bei Übernachtung in Herbergen werden Schlafsack und Isomatte benötigt. Gepäcktransport wird angeboten.
Sicherheit
Die gute Infrastruktur sorgt für eine sichere Wanderung, die Orte sind auf Pilgernde eingestellt und der Zusammenhalt ist groß.

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