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Jakobsweg – Camino Francés

Jakobsweg – Camino Francés

Länge:
770 km
Höhenmeter:
20.933 hm
Dauer:
40 Tage
Schwierigkeitsgrad:
Level 2Leicht – Mittel
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Der Weg ist perfekt geeignet für...

Wer vom Jakobsweg spricht, meint damit meist den Camino Francés. Denn der „Französische Weg“, der von Frankreich aus quer durch den Norden Spaniens zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela führt, ist die bekannteste und am meisten begangene Route des berühmten Pilgerwegs. Auf den rund 800 km durchquerst du auf 32 Etappen die unterschiedlichsten Landschaften, entdeckst kulturelle Perlen in historischen Altstädten, erlebst in kleinen Dörfern die ländliche Seite Spaniens und wirst von Mythen und Legenden sowie dem allgegenwärtigen Pilgergeist begleitet. Dank der bestens ausgebauten Infrastruktur und der moderaten Schwierigkeit, bietet dir der Camino Francés auch als Pilger- und Wanderneuling die Möglichkeit, in die spanische Natur und Kultur einzutauchen und zu entschleunigen.

Aufgrund der hervorragenden Infrastruktur lässt sich der Camino Francés unterschiedlich gestalten – das gilt sowohl für den Startpunkt als auch für die Etappenlänge. Die meisten beginnen ihre Pilgerreise jedoch im französischen Städtchen Saint-Jean-Pied-de-Port nahe der französisch-spanischen Grenze. Von dort aus geht es direkt mit dem wohl anspruchsvollsten Abschnitt des Jakobswegs los, gilt es doch die Pyrenäen zu überwinden. Ist die herausfordernde erste Etappe geschafft, folgen entspanntere Wanderungen, die lediglich von wenigen nennenswerten Höhenunterschieden unterbrochen werden. 

Du pilgerst durch die spanischen Regionen Navarra, La Rioja, Castilla y Léon und Galicien, die alle mit ihrem ganz eigenen Charakter zur Vielfalt des Weges beitragen. Es geht über Feld- und Kieswege, vorbei an Weingärten, durch duftende Wälder, traditionelle Dörfer und kulturreiche Städte. Dazwischen laden fantastische Aussichten immer wieder zum Innehalten ein und in den Herbergen kommst du schnell mit Gleichgesinnten ins Gespräch. Die zahlreichen Wegweiser mit Jakobsmuscheln und gelben Pfeilen sorgen dafür, dass du dich voll und ganz auf das Erlebnis konzentrieren kannst, ohne dir um den Streckenverlauf Gedanken machen zu müssen.  

Auf den letzten Etappen ab Sarria erhöht sich das Pilgeraufkommen schließlich spürbar. Denn wer diesen Ort als Startpunkt seiner Pilgerreise wählt, legt die zum Erhalt einer Pilgerurkunde notwendigen 100 km zurück. Hast du den Camino Francés jedoch in St. Jean Pied de Port begonnen, liegen beim Erreichen deines Ziels an der Kathedrale von Santiago de Compostela schließlich rund fünf ereignisreiche und bereichernde Wochen hinter dir.

Highlights

Das bekannteste Highlight des Camino Francés ist ohne Frage das Ziel des Pilgerwegs: die Kathedrale in Santiago de Compostela. Doch bereits der Weg dorthin hält derart viele Sehenswürdigkeiten und Orte zum Innehalten bereit, dass du trotz aller freudiger Erwartung unweigerlich den Schritt immer wieder verlangsamen wirst. Atemberaubende Natur, historische Kulturperlen, kulinarische Genussmomente und über allem der unverwechselbare Pilgergeist, der durch die Begegnung mit Gleichgesinnten und kirchlichen Monumenten am Wegesrand entsteht, machen die Pilgerreise zu etwas ganz Besonderem. In Kombination mit der hervorragenden Infrastruktur und der sich damit ergebenden Flexibilität ist es kein Wunder, dass der Camino Francés die bekannteste Variante des Jakobswegs ist. 

Die Natur entlang des Französischen Jakobswegs zeigt sich beim Durchqueren der vier spanischen Regionen Navarra, Rioja, Nordkastilien und Galicien in den unterschiedlichsten Facetten – von Berglandschaften, über sanfte Weinberge und karge Wüstenlandschaften bis hin zu prächtigem Grün. Durch diese abwechslungsreiche Umgebung lassen sich auch die etwas anspruchsvolleren Passagen gut meistern. Zudem hast du bereits nach der ersten Etappe die Gewissheit, mit dem Überqueren des „Col de Lepoeder“ den anstrengendsten Abschnitt des gesamten Weges hinter dir zu haben. 

Die malerische Natur wird durchsetzt von eindrucksvollen Brücken in unterschiedlichen Baustilen, wie der gotischen Brücke in Zubiri oder der romanischen Puente de la Reina. Kunstvolle Skulpturen der Moderne erwecken ebenso Aufmerksamkeit wie geschichtsträchtige Bauten: So sind die Pilger-Skulpturen auf dem Pass Alto del Perdon genauso wie die Schnitzfigur des heiligen Jakobs in Muruzábal einen Fotostopp wert. 

Zur Rast warten immer wieder mittelalterliche Altstädte mit beeindruckenden Kathedralen, historischen Herrenhäusern und kunstvollen Bischofspalästen. In den größten von ihnen, wie Pamplona, Burgos und León lohnt sich eventuell sogar eine Zwischenübernachtung, um alle Sehenswürdigkeiten und das Flair in Ruhe auskosten zu können. Doch auch das kleinere Künstlerstädtchen Naravarrete oder Santo Domingo de la Cazada mit seiner sagenumwobenen Kathedrale und Astorga mit dem von Gaudí entworfenen Bischofspalast tragen zu der Faszination des Camino Francés bei. 

Duftende Eukalyptuswälder und die kulinarischen Besonderheiten der einzelnen Regionen von den Gemüsegärten Navarras bis hin zu den Weinspezialitäten in Rioja lassen dich deine Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen. Neben einer Vielzahl von kleinen Momenten, die während der gesamten Pilgerreise für Entschleunigung und Besinnung sorgen, ist an Orten wie dem höchsten Punkt am Cruz de Ferro oder auf dem Monte do Gozo mit dem ersten Blick auf die Kathedrale von Santiago de Compostela unbändige Gänsehaut garantiert. Und wenn du nach vier bis fünf Wochen umgeben von anderen Pilgernden durch die Porta do Camino schreitest und schließlich vor der Kathedrale stehst, wirst du stolz und bestimmt auch etwas emotional auf den hinter dir liegenden Weg und zahlreiche unvergessliche Erinnerungen zurückblicken.

Immer der Jakobsmuscheln nach
Landschaft rund im Navarra
Kathedrale Santo Domingo de la Calzada

Route & Etappen

Der Camino Francés startet im französischen Saint-Jean-Pied-de-Port und führt dich vom Osten in den Westen quer durch den Norden Spaniens. Je nach Jahreszeit, deiner körperlichen Verfassung, deiner Erfahrung, dem Gewicht deines Gepäcks und deiner Muße kannst du den Weg innerhalb von rund 30 bis 40 Tagen, ganz nach deinem Geschmack zurücklegen, denn das dichte Netz an Herbergen lässt dir bei der Gestaltung deiner Pilgerreise ein großes Maß an Flexibilität. Wer mag, plant in Städten wie León oder Pamplona eine zusätzliche Übernachtung ein, um die Sehenswürdigkeiten und die Atmosphäre ausführlich zu genießen.  

Wir stellen im Folgenden die am häufigsten gewählte Variante mit 32 Etappen und Tagesdistanzen von etwa 18 bis 39 km vor.

Etappe 1

Saint-Jean-Pied-de-Port

Distanz:
ca. 25 km
Gehzeit:
ca. 9 h
Aufstieg:
ca. 1.340 hm
Abstieg:
ca. 580 hm

Klassischerweise startet der Camino Francés in Frankreich, im kleinen Ort Saint-Jean-Pied-de-Port. Die etwa 15 km bis zur Grenze nach Spanien sind spektakulär, aber herausfordernd, gilt es doch, die Pyrenäen zu überwinden. Über 1.200 hm geht es über die Route Napoleon (im Winter über Valcarlos) an Schafherden vorbei hinauf zum Pass Col de Lepoeder, bevor du mit der Erinnerung an atemberaubende Panoramen anschließend wieder hinab zum Bergdorf Roncesvalles am Fuß des Ibañeta-Passes wanderst.

Etappe 2

Roncesvalles

Distanz:
ca. 22 km
Gehzeit:
ca. 6 h
Aufstieg:
ca. 300 hm
Abstieg:
ca. 700 hm

Nach den Anstrengungen des ersten Pilgertages verläuft die zweite Etappe des Camino Francés entspannter. Über Wald- und Schotterwege sowie auf alten Römerstraßen überwindest du rund 300 hm, während du durch das kleine Dorf Burguete läufst und den 801 m hohen Erro-Pass besteigst, bis du schließlich die Brücke „Puente de la Rabia“ mit ihren zwei gotischen Bögen überquerst und im Dörfchen Zubiri – dem „Dorf an der Brücke“ – dein Etappenziel erreichst.

Etappe 3

Zubiri

Distanz:
ca. 20 km
Gehzeit:
ca. 6 h
Aufstieg:
ca. 240 hm
Abstieg:
ca. 320 hm

Heute geht es auf weitgehend flachen Wegen über das Dorf Larrasoaña zunächst nach Villava, wo du eine Zwischenübernachtung einschieben kannst. Ansonsten wanderst du weiter durch Burlada und gelangst nach Pamplona, wo du über die mittelalterliche Puente Magdalena schreitest, vorbei an Festungsanlagen marschierst und durch das Frankentor in der geschichtsträchtigen Altstadt der Hauptstadt Navarras ankommst. 

Etappe 4

Pamplona

Distanz:
ca. 24 km
Gehzeit:
ca. 6 h
Aufstieg:
ca. 373 hm
Abstieg:
ca. 475 hm

Nach den letzten beiden erholsameren Tagen bietet die vierte Etappe des französischen Jakobswegs etwas mehr Herausforderungen. Durch kleine, teils nahezu verlassene Dörfer pilgerst du auf einem sich schlängelnden Feldweg zum 800 m hohen Pass Alto del Perdon über den Sierra del Perdón („Berg der Läuterung“). Ein Fotostopp vor der bekannten Pilgerzug-Skulptur ist ein guter Grund für eine kurze Verschnaufpause, bevor du den steinigen Abstieg hinunter ins Tal antrittst. Durch Mohnfelder und an einer Schnitzfigur des heiligen Jakobs vorbei, erwartet dich am Ende des Pilgertages das für den Jakobsweg bedeutsame Puenta la Reina. Denn vor der gleichnamigen, im 11. Jahrhundert erbauten Brücke, vereinen sich der navarrische (dem du bisher gefolgt bist) und der aragonische Jakobsweg zum Hauptweg Camino Francés.

An- und Abreise

Da es sich bei St. Jean Pied de Port, dem Startpunkt des Camino Francés, um einen kleinen Ort handelt, ist die Anreise etwas komplex. Es gibt jedoch mehrere Möglichkeiten, aus denen du wählen kannst, um in das französische Städtchen zu gelangen. Pilgernde, die nur einen Teil des Wegs laufen möchten, können alternativ in weiteren Orten starten, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Zu den beliebtesten zählen Sarria, León, Puenta la Reina und Burgos. Die Rückreise aus Santiago de Compostela gestaltet sich unkomplizierter.

Anreise

Von Deutschland und Österreich aus kannst du mit dem Zug, dem Bus oder per Flugzeug nach St. Jean Pied de Port anreisen. 

Mit dem Zug gelangst du über Paris zuerst nach Bayonne und von dort innerhalb von etwa einer Stunde bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. 

Mit dem Bus fährst du direkt nach Bayonne und anschließend mit dem Zug weiter bis nach Saint-Jean-Pied-de-Port. 

Möchtest du mit dem Flugzeug anreisen, landest du im rund 52 km vom Startpunkt entfernten Biarritz. Je nach Airline musst du gegebenenfalls in Paris umsteigen und dort vom internationalen Flughafen Charles de Gaulle mit einem Pendelbus zum Flughafen Orly fahren. Ab Biarritz bringen dich Bus oder Taxi nach Bayonne, wo du in den Zug nach Saint-Jean-Pied-de-Port steigen kannst. Bei der Buchung eines Gabelflugs mit Rückreise ab Santiago de Compostela lohnt es sich, als Zielort der Anreise die Städte Bilbao, Pamplona oder Santander in Spanien zu prüfen.

Abreise

Da Santiago de Compostela international eine hohe Bedeutung hat, ist die Stadt gut angebunden und du kannst problemlos per Bus, Zug oder Flugzeug zurückreisen. Für die Fahrt zum Flughafen ist eine Busverbindung aus dem Zentrum vorhanden.

Wichtige Informationen

Beim Camino Francés handelt es sich um den touristisch erschlossensten Jakobsweg. Er ist gut markiert und es gibt zahlreiche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke. Das ermöglicht eine flexible Etappenplanung, weshalb der Camino Francés auch für Wander- und Pilgereinsteigende gut geeignet ist. 

  • Der Camino Francés ist durchgängig mit Jakobsmuscheln, gelben Pfeilen und als spanischer Fernwanderweg GR 65 markiert.
  • Wer mindestens 100 km auf dem Jakobsweg gepilgert ist oder mindestens 200 km mit dem Fahrrad zurückgelegt hat, erhält im Pilgerbüro nahe der Kathedrale in Santiago de Compostela eine Pilgeru
  • Stelle dich auf wechselnde Wetterbedingungen ein und packe entsprechende Kleidung mit Sonnen- und Regenschutz ein.
  • Zahlreiche Unterkünfte von Pilgerherbergen bis zu Pensionen und Hotels ermöglichen die spontane Suche nach Schlafplätzen. Lediglich in der Hochsaison sollte man auf den letzten 100 km früh s
  • Auf den meisten Abschnitten sind reichlich Restaurants und Cafés vorhanden, teilweise gibt es spezielle Pilgermenüs. Auf den letzten Etappen kann man sich zudem an Straßenständen mit Provian
  • Die ersten Etappen des Camino Francés sind von Ruhe geprägt, ab Sarria erhöht sich die Frequentierung und das gemeinschaftliche Erlebnis steht im Vordergrund.

Körperliche Anforderungen

Kondition

Der Camino Francés ist relativ einfach zu begehen, die Höhenunterschiede sind moderat und die Etappen lassen sich unkompliziert länger oder kürzer gestalten. Dennoch solltest du dir bewusst sein, dass du vier bis fünf Wochen unterwegs sein wirst und deine körperliche Verfassung ehrlich einschätzen. In größeren Städten lässt sich ein Pausentag gut mit Sightseeing verbinden.

Technik

Der Camino Francés ist gut ausgebaut und verläuft größtenteils auf gut begehbaren Feld- oder Waldwegen und auf Landstraßen, ohne technisch herausfordernde Abschnitt.

Empfehlungen

Der Camino Francés lässt sich aufgrund der stetig ausgebauten Infrastruktur ziemlich flexibel an deine Bedürfnisse anpassen. Folgende Dinge solltest du dabei beachten.

Familienfreundlich

Aufgrund der flexiblen Streckenplanung ist der Weg auch mit Kindern ab ca. 3 Jahren machbar, wenn die Etappen entsprechend der Erfahrung und Kondition angepasst werden.

Hunde

Generell können Hunde auf dem Camino Francés mitlaufen, allerdings sollte man sich im Voraus über mögliche Unterkünfte informieren, da in kaum einer Herberge Tiere erlaubt sind.

Radfahren

Der „Eurovelo 3“ verläuft parallel und größtenteils identisch zum Camino Francés. Meist wird er in 8 bis 14 Etappen zurückgelegt.

Gepäck

So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Bei Übernachtung in Herbergen werden Schlafsack und Isomatte benötigt. Gepäcktransport wird angeboten.

Sicherheit

Die gute Infrastruktur sorgt für eine sichere Wanderung, die Orte sind auf Pilgernde eingestellt und der Zusammenhalt ist groß.