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Sumaj Causay -

Sumaj Causay - "Besser Leben" | Aktion Sodis

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Gesundheit ist in den Gemeinden der Zielregion Micani ein ganz vielschichtiges Thema: Das verunreinigte Trinkwasser, der fehlende Zugang zu sanitären Einrichtungen, die Rauchbelastung durch Kochfeuer und Öllampen sowie Mangelernährung führen allesamt zu einer Vielzahl an gesundheitlichen Problemen und sind der Grund für die hohe Kindersterblichkeit in der Region. Ein derart komplexes Problem wird nicht durch eine Maßnahme gelöst. Vielmehr sind eine Vielzahl aufeinander aufbauender Bildungsmaßnahmen und technischer Lösungen erforderlich, um dem Ziel näherzukommen, dass jede Familie Micanis frei von Gesundheitsgefahren leben kann. Dazu gehört das Durchführen von Hygieneschulungen, die Verbreitung von Wasseraufbereitungstechniken, der Bau von Trenntoiletten und rauchfreien Kochstellen und die Verbreitung von emissionsfreien Solarlampen.

Die sogenannten Yachaqkuna haben sich dieser Aufgabe angenommen. In der lokalen Sprache Quechua bedeutet das Wort soviel wie „diejenigen, die Bescheid wissen.“ Es handelt sich hierbei um 23 Frauen und Männer aus den 19 Gemeinden Micanis, die sich bereiterklärt haben, diese Maßnahmen in ihren Heimatgemeinden umzusetzen. Kleine Bergdörfer, die in den vergangenen Jahrhunderten keinerlei nennenswerten Wandel erfahren haben, erleben durch die Arbeit der Yachaqkuna plötzlich eine nie zuvor gesehene Verbesserung der Lebensqualität.

Wir unterstützen die Arbeit dieser mutigen Frauen und Männer durch aufeinander aufbauende Weiterbildungsmaßnahmen, bieten ihnen eine Plattform des Erfahrungsaustausches und geben ihnen die notwendigen Werkzeuge und Materialien in die Hand, um mit ihrer Mission zu beginnen. Eine weitere Form der Unterstützung unsererseits stellt der Aufbau einer Metallwerkstatt im gleichnamigen Hauptort Micanis dar. Dieses kleine Sozialunternehmen ermöglicht es, vor Ort Bauteile für rauchfreie Kochstellen und andere lebensrettende Technologien zu fertigen, denn erst wenn die Arbeit der Yachaqkuna ohne externe Unterstützung weiterlaufen kann, wird die Wirkung des Projektes nachhaltig das Leben aller Familien Micanis verbessern.

Mehr zu uns findest du auf unserer Homepage:

https://aktion-sodis.org/

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Frauen und Männern aus 19 Bergdörfern Boliviens werden das Wissen und die Werkzeuge in die Hand gegeben um ihre Gemeinden in eine gesündere und lebenswertere Umgebung für sich und ihre Kinder zu verwandeln.

Sumaj Causay -

Christop N.

Aktion Sodis e.V

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30 Trenntoiletten

Mit dem Bau einer Trenntoilette für eine können tödliche Krankheiten vermieden werden: Fäkalien können nicht mehr in das Trinkwasser gelangen.

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Neuigkeiten zum Projekt

22.06.2022 Wir haben 2.583,34 € Spendengelder erhalten
Projektmonitoring und -Evaluierung | Ausreiseteam testet Monitoring-App Nisaba mit Lokalexpert*innen

Seit ein paar Wochen sind wir zum ersten mal nach 2 langen Pandemiejahren mit einem Aktion Sodis Team vor Ort in Bolivien. Benni, Larissa, Maria und Benjamin begegnen altbekannten Menschen, erleben die Früchte vergangener Projekte, berichten uns aber auch über Herausforderungen, die sie vor Ort vorfinden. Unser gemeinsames Projekt Sumaj Causay mit der Fundación SODIS ist nun in seiner finalen Phase.


Larissa, Benjamin und Benedikt nahmen an verschiedenen gemeinsam mit der Fundación SODIS umgesetzten "Escuelas de Campo" teil. In diesen regelmäßigen Schulungen in allen Gemeinden Micanis wird mitunter ein Bewusstsein für Themen der Hygiene und Gesundheit geschaffen. Aber auch zwei andere wichtige Fokusthemen von Aktion Sodis sind vertreten: Ernährungssicherheit und Geschlechtergleichstellung.

Vor Ort besuchen unsere Ausreisende viele der Gemeinden, in denen das Projekt umgesetzt wurde. Es gilt Erfolge mit der Bevölkerung zu feiern und Lessons Learned festzuhalten. Zugleich ist es uns wichtig zu evaluieren, welche der geschaffenen Strukturen bereits auf eigenen Beinen stehen kann und welche mit gezielten Maßnahmen noch weiter in die Eigenständigkeit überführt werden müssen. Hierfür werden wir Ihre Spenden einsetzen.

Angesichts der schieren Weite des Distrikts Micani und der dezentralen Natur unserer Projektdurchführung, gelingt es unserem Ausreiseteam nur Stichproben zu erfassen. Die Beobachtungen sind als qualitativ einzustufen.
Es liegt uns viel daran eine belastbarere Evidenzbasis für die Wirksamkeit unserer Projekte zu schaffen. Für diesen Zweck entwickeln wir seit 3 Jahren eine für das Monitoring von dezentralen Projekten über ein Multiplikatoren-Netzwerk. Die Idee ist einfach: Alle Stakeholder eines Projektes, etwa die Mitarbeiter*innen von Sodis oder die Lokalexpert*innen, erheben laufend Monitoringdaten innerhalb ihres Zuständigkeitsgebiets und ihrer Rolle und erhalten zugleich in Echtzeit auf einen Blick Einsicht über den Status und die Wirkung des Gesamtprojekts. Im Projekt Sumaj Causay wird die App zum ersten mal flächendeckend in einem Aktion Sodis Projekt eingesetzt. Unsere Ausreisenden Benjamin und Benedikt führen Schulungen durch und versuchen herauszufinden, wie man das Nutzerinterface so intuitiv wie möglich gestalten kann. Außerdem bespricht man eine Ausweitung der Nutzung der App auf andere Aktion Sodis Projekte. Und auch zwei weitere Organisationen nutzen bereits die Nisaba App!


Bild: Schulung von Sodis-Mitarbeiter*innen in der Nutzung der Nisaba App. Über das Admin Interface können Projekte angelegt und individuell konfiguriert werden, sowie Monitoring-Workflows hinterlegt werden.



15.12.2021 Wir haben 1.098,74 € Spendengelder erhalten
Spezialisierung von Lokalexpert*innen

Bislang folgten folgte die Karriere der in Sumaj Causay ausgebildeten Lokalexpert*in einem gemeinsamen Weg. Doch während einige von Ihnen sich im Dorf Ullchu bemühen, dass die wenigen noch nicht erreichten Familien Micanis Zugang zu grundlegender Hygiene-, Sanitär und Kochinfrastruktur erhalten, zeichnet sich ab, dass die Komplexität der anstehenden Herausforderungen weiterhin wächst. Das erfordert weitere Ausbildung und, um als Team gut zu funktionieren, die Spezialisierung einzelner Teammitglieder.
Eine in Aachen und Bolivien entwickelten App soll zum Werkzeug werden, mit dem lokale Initiativen unkompliziert Projekte in Eigenregie umsetzen können. Einige Lokalexpert*innen planen ein zweites Unternehmen in der Region zu initiieren, um die Mobilität der lokalen Bevölkerung zu verbessern. Zuletzt wollen wir gemeinsam mit diesem starken Team das erfolgreiche Projekt Ernährungssicherheit von den Schulen in die Familienhaushalte Micanis bringen - damit Familien angesichts zunehmend häufiger Dürren und Stürmen resilient bleiben. All das erfordert neues Wissen. Um dieses zu erlangen, reisen die Lokalexpert*innen in Kürze für eine zweiwöchige Intensiv-Fortbildung nach Cochabamba.
Wir danken Euch, unseren Spender*innen, die dank Eurer großzügigen Unterstützung diese neue Welle von Aktivitäten ermöglicht habt und wünschen euch eine besinnliche Vorweihnachtszeit inmitten dieser schwierigen Zeiten!


Eines der ersten Gewächshäuser in der Region - kostengünstig und nachhaltig fast ausschließlich aus lokalen Materialien errichtet.


10.03.2021 Wir haben 2.890,48 € Spendengelder erhalten



Ein weiterer großer Schritt in Richtung Selbstständigkeit

In diesem Jahr leiten wir die Schlussphase des Teilprojektes Sumaj Causay ein, um es schließlich vollständig aus unseren Händen geben zu können. Dazu planen wir unsere LokalexpertInnen in Micani noch ein letztes mal intensiv zu schulen um sicherzustellen, dass Wissen und Technologien korrekt weitergegeben werden und somit wirklich dauerhaft in der Region bestehen bleiben können. 

Zusätzlich möchten wir mit den uns anvertrauten Mitteln noch weiteren 15 Familien den Zugang zu sauberem Wasser, rauchfreien Kochstellen, Handwaschanlagen und Trenntoiletten ermöglichen, in dem wir die dazugehörigen Materialien finanzieren.

Wir freuen uns sehr diesen so wichtigen abschließenden Schritt in unserer Projektarbeit mit Ihrer Unterstützung und Ihrem Vertrauen gehen zu können.

Bleiben Sie gesund! 

Ihr Team von Aktion Sodis 

31.01.2021 Was wir 2020 in Micani bewirken konnten



Sumaj Causay

Unser größtes Teilprojekt kümmert sich um die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region durch Maßnahmen und Technologien in den Bereichen Hygiene, Trinkwasser, Sanitäranlagen und Gesundheit.

Im vergangenen Jahr widmete sich die Projektarbeit dem Bau von Technologien, der Durchführung von Hygieneschulungen mit der Bevölkerung und der Stärkung des Netzwerkes der LokalexpertInnen, sowie der Rolle des Sozialunternehmens CAMCEC.

Auswirkungen der angespannten politischen Lage durch die verschobene Präsidentschaftswahl im Oktober sowie die Corona Pandemie (Mehr dazu in unserem Bericht vom 20.12.2020 https://www.betterplace.org/de/projects/62869-sumaj-causay-besser-leben-aktion-sodis/news/226111) waren auch in diesem Teilprojekt deutlich zu spüren. So konnten im März durch den strikten Lockdown und die weiteren Maßnahmen der bolivianischen Regierung geplante Materialtransporte nach Cochabamba nicht durchgeführt werden. Die Konstruktionen beschränkten sich daher zunächst auf die Gemeinde Ulupiquiri für die bereits vor dem Versammlungsverbot Material in das Projektgebiet eingegangen war.


Materialtransport in Ulupiquiri

Ab April konzentrierte sich die Projektarbeit spontan auf Beschaffung und Verteilung von Hygieneartikeln und Aufklärung, um die Bevölkerung der Region bestmöglich vor dem Corona-Virus zu schützen.

Auch in dem mit unserer Unterstützung gegründete Sozialunternehmen CAMCEC, konnte die Arbeit im Herbst nach dem Eintreffen von neuem Material wie gewohnt fortgesetzt werden. Das Unternehmen spielt im Prozess eine große Rolle als Materiallieferant und Bauteilproduzent.
 

Werkstatt des Sozialunternehmens CAMCEC

Die LokalexpertInnen konnten schließlich in Zusammenarbeit mit den Familien den Bau von 55 Trockentrenntoiletten, die Auslieferung von 134 Wasserfiltern, die Anbringung von 55 Handwaschanlagen und Bau von 79 Kochstellen durchführen. Dabei wurden die Schulungen über Nutzung und Instandhaltung der Technologien durch die LokalexpertInnen durchgeführt.

In Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation, der Fundación Sodis und den sehr engagierten LokalexpertInnen vor Ort, konnten also trotz aller Umstände große Fortschritte gemacht und fast alle gesetzten Ziele erreicht werden.

Wir beabsichtigen alle übrigen Ziele in 2021 zu erreichen und die eingeführten Prozesse und Maßnahmen so weit zu verselbstständigen, dass wir das Projekt Sumaj Causay Ende 2021 abschließen können.


Qhari Warmi

In unserem relativ neuen Teilprojekt geht es um die Eröffnung unternehmerischer Chancen im Umfeld des eigenen Haushalts, unter anderem durch die Unterstützung von Familien im Anbau der Tara-Pflanze (Verteilung von Tara-Setzlingen, Schulungen, Gründungshilfe für Dorfkooperativen) oder kleinen Nähbetrieben (derzeit Herstellung von Atemmasken). Diese Maßnahmen bieten insbesondere Frauen eine Perspektive, durch eine Teilnahme an den Angeboten eigene monetäre Einkünfte zu erschließen und damit mehr gesellschaftliche Teilhabe wahrnehmen zu können.


Frauen beim Anbau der Tara-Pflanzen

Die ersten drei Monaten des Jahres wurden genutzt um die bereits bestehenden drei sogenannten Escuelas de Campo (nachfolgend ECA) um weitere drei zu erhöhen. Dort werden die TeilnehmerInnen in Themen wie Gleichberechtigung, Anbau und Umgang mit der Tara-Pflanze geschult, aber auch in Themen im Zusammenhang mit unseren anderen Projekten, wie zum Beispiel Gesundheit, Hygiene und Ernährung.


Tara-Pflanze

Im Februar wurde außerdem ein erstes Monitoring der von den Familien gepflanzten Tara-Bäume durchgeführt. Dabei wurde positiv bestätigt, dass die Pflanzen bei guter Pflege problemlos mit den vegetativen Bedingungen in Micani zurechtkommen. Anschließend konnten bei einer umfangreichen Bedarfserhebung für die Ausweitung des Tara-Programms neue Familien und Aufstockungsmöglichkeiten festgelegt werden.

Nach Lockerung der Maßnahmen konnten ab dem Sommer die Arbeit wieder aufgenommen werden. So konnte endlich das neue Auto ausgeliefert werden, dass den TechnikerInnen bei der Arbeit auf den Feldern die notwendige Mobilität bietet. Zusätzlich wurden weitere 150 Familien für das Projekt gewonnen und anschließend im Umgang mit der Pflanze geschult. Dadurch konnten Mitte November insgesamt 4500 neue Setzlinge an die Familien verteilt werden. Damit konnten alle erzwungenen Verzögerungen wieder aufgeholt werden.
 
In 2021 liegt der Fokus der Projektarbeit nun auf der abschließenden Entwicklung des Monitorings womit eine optimale Grundlage für die erfolgreiche Betreuung und Entwicklung des Teilprojektes gegeben wäre.


Vielen herzlichen Dank für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit und Ihre Unterstützung für die Menschen in Micani. Wir freuen uns sehr darauf dieses Jahr gemeinsam mit Ihnen weiteren Fortschritt in die Region zu bringen!













20.12.2020 Rückblick auf ein turbulentes Jahr



Das Jahr 2020 hat einiges von uns abverlangt – sowohl hier in Deutschland als auch in unserer Projektregion Micani in Bolivien.

2020 war kein leichtes Jahr und dennoch können wir von weitreichenden Erfolgen in den Projekten berichten:

Die wichtigen Materialien für den Bau der Schulgärten im Projekt Ernährungssicherheit haben ihr Ziel Micani erreicht. Fast alle Dorfschulen sind nun mit einem eigenen Schulgarten ausgestattet, in dem Gemüse angebaut werden kann um die Schulmahlzeiten zu ergänzen. Sparsame Tröpfchenbewässerung ermöglicht eine ganzjährige und ressourcenschonende Bewirtschaftung, auch während der Trockenzeit. Ebenso entwickelte sich das Projekt Qhari Warmi, mit dem Unternehmertum und Gleichberechtigung gefördert werden. Die Tara-Setzlinge, die im vergangenen Jahr den Startpunkt des Projekts darstellten, sind bereits 1 m hoch gewachsen und die Setzlinge dieser Pflanzsaison können von der beginnenden Regenzeit profitieren.
Das alles war nur durch den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter*innen unserer Partnerorganisation, der Fundacion Sodis, auf dem Land sowie in der Stadt möglich. Wir möchten Ihnen hiermit unseren großen Dank aussprechen und freuen uns, dass wir gemeinsam trotz einer globalen Gesundheitskrise auf ein ereignisreiches Jahr voller Fortschritte zurückblicken können. 


Text: Caitlin Perkampus






09.09.2020 Ernährungsunsicherheit in Pandemiezeiten

"Coronavirus seems to feed voraciously on vulnerabilities.” Das Coronavirus scheint sich unaufhaltsam von Schwächen zu ernähren. Dieser Satz aus einem Artikel des World Food Programmes der Vereinten Nationen zur Corona-Situation in Bolivien hat vielschichtige Bedeutungsebenen. Was hat es damit auf sich?  Wie hängen Pandemie und Ernährung zusammen?

Fehl- und Mangelernährung sind entscheidende Risikofaktoren

Schon schnell nach Ausbruch der weltweiten Pandemie wurde klar: Das neuartige Virus trifft gerade die Schwächsten. Menschen mit Vorerkrankungen, einem beeinträchtigten Immunsystem und hohem Alter zeigen schwere Verläufe und lassen die Todeszahlen in die Höhe schießen. Ein Zusammenhang von Erkrankungen und Ernährungszustand lässt sich bei einer Vielzahl von Erkrankungen erkennen, so auch bei COVID-19.  Patienten mit Mangelernährung, Adipositas oder Anorexie wie auch Patienten mit Markern, die auf eine unausgewogene Ernährung hinweisen, werden öfter hospitalisiert und brauchen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Beatmungstherapie.[1]

Hinzu kommt, dass sich die Infektionsketten genau dort ausbreiten, wo die Lebensräume überfüllt, das Gesundheitssystem instabil und die sanitären Verhältnisse prekär sind. Wie bereits andere Infektionserkrankungen zuvor führt auch COVID-19 zu überschießenden Zahlen in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Lateinamerika gilt bald als neuer „Corona-Hotspot“[2] und darunter der plurinationale Andenstaat Bolivien, der zurzeit weltweit eine der höchsten Todesraten durch das Virus aufweist.[3]


Ernährungsunsicherheit als Folge der Corona-Pandemie

Überfüllte Intensivbetten und leere Straßen prägen derzeit das Bild Boliviens und von Woche zu Woche wird deutlicher, dass die direkten Pandemiefolgen nicht die einzige Wunde sind, die Corona reißt. Die sogenannten indirekten Pandemiefolgen durch die Corona-Krise würden weit über die Folgen der Krankheit selbst hinausreichen mit langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft.[4] Eine im Mai publizierte Studie im Lancet Global Health errechnet durch Modellierung verschiedener Szenarien, dass der Abbruch routinemäßiger Gesundheitsversorgung und der erschwerter Zugang zu Lebensmitteln (als Folge des Zusammenbruchs des Gesundheitssystems oder bewusster Entscheidungen als Reaktion auf die Pandemie) zu einer verheerenden Zunahme der Todesfälle bei Kindern und Müttern führen würde.

Ein Thema sticht unter den bedrohlichen Konsequenzen und möglichen Szenarien heraus: die Ernährungs(un)sicherheit – „the sting in the tail of COVID-194 – der Stachel im Schweif von COVID. Weltweit häufen sich die Bedenken, dass die Pandemie zu einer Pandemie des Hungers wird. Sowohl im Global Nutrition Report als auch in Report on Food Crisis wird betont, dass das Virus eine große Bedrohung darstellt und die Ernährungssysteme vieler Länder und ganzer Kontinente gefährdet. Unterbrochene Lieferketten, ausgefallene Löhne, Beschränkungen des globalen sowie lokalen Marktes durch Lockdowns und Preissteigerungen werden als Ursachen aufgeführt. „Covid does not treat us equally“ heißt es weiter, „millions of households in formerly food-secure regions of the world have fallen into severe food security” ((Covid behandelt uns nicht gleich […] Millionen Haushalte in ehemals ernährungssichern Regionen der Welt sind in gravierende Versorgungsnot geraten).

Und auch in diesem Aspekt ernährt sich diese weitere Pandemie von denen, die ohnehin schon gebeutelt sind. Kinder, die eine ausgewogene Ernährung für eine gesunde Entwicklung dringend benötigen, erhalten kein Schulessen, kleine Landwirtschaftsbetriebe haben nicht die Mittel, die Lockdown-Beschränkungen finanziell zu kompensieren. Die Landbevölkerung sowie indigene Bevölkerungen gelten in Lateinamerika als besonders vulnerabel und benötigen mehr denn je soziale Unterstützung. [5] Die Welthungerhilfe bezeichnet COVID-19 sehr passend als „Brandbeschleuniger“, der ohnehin schon eskalierende Situationen bedingt durch Folgen des Klimawandels, politische Instabilität oder Ähnliches anheizt.


Unser Projekt Ernährungssicherheit im Kontext der Corona-Pandemie in Bolivien

Inwiefern wirkt sich das konkret auf Bolivien aus? Die Vereinten Nationen kennzeichnen Bolvien als ein Land mit vorrangigem Risiko für drohende Ernäherungsunsicherheit und beziehen sich dabei auf die COVID-19-Fallzahlen und die aktuelle Rate der Mangel- und Unterernährung: Mit einer Rate von 17,1% an Unterernährung und aktuell 58855 aktiven Infektionen gehört Bolivien in Lateinamerika dazu. [6] Ungefähr 60% der Bevölkerung arbeiten zudem im informellen Sektor und sind durch die Lohnausfälle aufgrund der Quarantäne Maßnahmen schwer getroffen. Viele Familien litten ohnehin schon an den Konsequenzen der politischen Krise im vergangenen Jahr und COVID-19 droht das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Was bedeutet das für unsere Projektregion Micani? Der Distrikt Micani weist seit Jahren den höchste Armutsindex für das ganze Land auf. Die Bevölkerung ist zum größten Teil in der Landwirtschaft tätig, die durch extreme Wetterbedingungen und Wassermangel in den letzten Jahren, verstärkt durch die Klimakrise, risikobehaftet ist. Die Ernährung basiert auf kohlenhydrathaltigen und lagerbaren Lebensmitteln wie Mais und Kartoffeln. Für Jugendliche und Kinder resultiert das in einer prekären Ernährungssituation. Daher bemühen wir uns seit Herbst letzten Jahres mit dem Bau von Schulgärten  an den ruralen Dorfschulen darum, diese Zustände zusammen mit der Lokalbevölkerung zu ändern. Ein mit bolivianischen Berufsschülern entwickeltes Mikrobewässerungssystem soll den Anbau von nahrhaftem Gemüse auch in der Trockenzeit ermöglichen. Vorwiegend an den Dorfschulen implementiert soll es dann als Leuchtturmprojekt für die einzelnen Familien fungieren und ihnen so die Werkzeuge mit an die Hand geben, die direkte Ernährung aber auch ihre wirtschaftliche Lage zu stärken.

Während der Corona-Pandemie wird immer deutlicher: Der Teufelskreis aus mangelhafter Ernährung mit resultierender Vulnerabilität für das Virus und die gleichzeitig drohende Pandemie des Hungers durch die indirekten Folgen von COVID-19 stellt die bestehenden Strukturen infrage. Ein tiefgreifender Wandel mit Stärkung lokaler Landwirte muss stattfinden und die Bausteine für ein „inklusiveres, umweltverträglicheres und resilienteres Ernährungssystem" [7] müssen gelegt werden. Menschen wie die Bevölkerung in Micani sollen die Möglichkeit haben, sich aus der aktuellen Krisensituation zu befreien und künftig besser in Krisenzeiten schützen zu können.

Das Coronavirus ernährt sich von Schwächen – gehen wir diese umfassend an!


Text: Leonie Ziller, 18.08.2020

Aktion Sodis e.V stellt sich vor

Aktion Sodis ist eine ehrenamtlich geprägte Organisation, die aus der Zusammenarbeit zwischen der Fundación Sodis in Cochabamba und dem Projekt Bildung bleibt aus Aachen hervorgegangen ist.

Seit 2013 engagieren sich ehrenamtliche Mitarbeiter im Rahmen des Projektes Bildung bleibt in Kooperation mit Fundación Sodis und weiteren Partnern für die Familien in Boliviens ländlichen Gebieten. Aktion Sodis unterstützt dieses Projekt und engagiert sich im Bereich Gesundheit und Wohlergehen, hochwertige Bildung, sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, bezahlbare und saubere Energie. Um die Projekte möglichst effektiv zu gestalten, ist eine langfristige Unterstützung zielführend. Das Projekt Bildung bleibt trägt nicht umsonst seinen Namen, denn Ziel ist es durch Bildung langfristige Weiterentwicklung in den ländlichen Gemeinden Boliviens zu fördern. Unsere Vision ist es, mit Bildung zukünftig die Entwicklungszusammenarbeit unnötig zu machen.

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Aktion Sodis e.V

Lutherweg 31
52074 Aachen
Deutschland

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