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Fluss im Gebiet Alesjaure am Kungsleden | © shutterstock.com

Kungsleden

Länge:
440 km
Höhenmeter:
6.430 hm
Dauer:
27 Tage
Schwierigkeitsgrad:
Level 3Mittel

Der Weg ist perfekt geeignet für...

Der Kungsleden - auf deutsch der "Königspfad" -  in Lappland ist der längste Fernwanderweg Schwedens und zählt zu den schönsten weltweit. Der Weg führt dich durch die unberührte Natur, vorbei an riesigen Gletschern, ruhigen Seen und durch viele Flüsse. Unterwegs begegnen Wandernde häufig den heimischen Elchen, Rentieren und Adlern. Die eindrucksvolle Landschaft besticht vor allem aber auch durch ihre Einsamkeit und Ruhe. 

Neben dem bekannten nördlichen Teil gibt es auch noch den südlichen Kungsleden, weil ursprünglich mal eine Verbindung beider Teilstücke geplant war.

Der nördliche Teil des Kungsleden gilt als der schönere der beiden und führt auf über 450 Kilometern von Abisko bis nach Hemavan. Der südliche Kungsleden hingegen ist weniger anspruchsvoll und führt auf 350 Kilometern von Sälen nach Grövelsjön

Wer vom Kungsleden spricht, meint daher meist die etwa 27 Etappen des nördlichen Kungsleden. Die wenigsten gehen jedoch den gesamten Wanderweg, denn man kann den Kungsleden problemlos in kleinere Sektionen einteilen. Unterwegs hast du außerdem immer wieder die Möglichkeit, auch zu anderen Wanderzielen abzuzweigen. Der beliebteste und wohl auch schönste Teil des Kungsleden ist sicherlich der nördlichste - von Abisko nach Nikkaluokta. Dieser zählt auch zu den sogenannten Signature Trails, die aufgrund ihrer natürlichen Schönheit und ihrer Einzigartigkeit ausgewählt wurden. 

Unterwegs übernachtest du in deinem eigenen Zelt oder in einer der vielen Hütten des Schwedischen Touristenvereins (STF). Es gibt sowohl sogenannte Fjällstationen, richtige Herbergen mit einem größeren Angebot, als auch die einfacheren Fjällstugas. Diese sind nur teilweise bewirtet, bieten aber auch außerhalb der Saison zumindest immer einen Notraum zur Übernachtung. 

Im Folgenden geben wir dir einen Überblick über die Etappen der ersten beiden Sektionen von Abisko über Vakkotavare nach Kvikkjokk. 

Highlights

Auf dem Kungsleden hast du die Chance, die Weite Lapplands und die Magie dieser unberührten Natur kennenzulernen. 

Der Weg startet im Abisko Nationalpark, wo im Sommer die Mitternachtssonne und im Winter die Nordlichter erstrahlen. Das Tal wird von mächtigen Bergen umrahmt und ist von Flüssen und Blumen durchzogen. Auf dem Weg geht es vorbei an den höchsten Bergen Schwedens und über mächtige Hochebenen.

Die höchste Stelle des Fernwanderweges ist der Tjäktja-Pass auf 1.140 m Höhe. Bis dorthin müssen bereits einige Flüsse durchquert oder Seen mit dem Paddelboot überquert werden. Die Überfahrt mit dem Boot kann dabei schonmal zu einem kleinen Rätsel mit viel hin und her Gefahre werden: Denn man muss sicherstellen, dass von den drei Booten immer an jedem Ufer mindestens eins bereit liegt. 

Die schwedischen Selbstversorger-Hütten entlang des Kungsleden sind ein Highlight für sich: Oftmals mit einer Sauna versehen, kann man hier nach einem langen Wandertag entspannen. Typisch schwedisch wandert man also bei nicht-untergehender Sonne bis in den Abend und wärmt sich anschließend direkt in der Sauna auf. Am nächsten Morgen wird dann erstmal gemütlich ein Frühstück zubereitet, bevor es auf die folgende Etappe geht. Alternativ gilt in Schweden außerhalb der Nationalparks das Jedermannsrecht - Wildzelten ist also erlaubt. 

Bis zum Ende des nördlichen Kungsleden in Hemavan passierst du arktische Landschaften und die Einzigartigkeit der schwedischen Wildnis. Lasse dich von den bunten Tälern verzaubern und erhasche mit etwas Glück einen Blick auf die Wildtiere. 

Holzwanderweg nach Kebnekaise auf dem Kungsleden | © shutterstock.com
Eine Gruppe Rentiere im Abisko Nationalpark in Schweden | © shutterstock.com
Das Tal zwischen Salka und Singi am Kungsleden | © shutterstock.com

Route & Etappen

Auf dem Kungsleden wanderst du durch den hohen Norden Schwedens mit all seiner natürlichen Schönheit. Auf den insgesamt rund 450 Kilometern durchquerst du vier Nationalparks sowie majestätische Berglandschaften und erlebst die Faszination Lapplands hautnah. Wer dem Fernwanderweg komplett folgt, benötigt dafür rund einen Monat. Da die Etappenstart- und Endpunkte jedoch alle gut zu erreichen sind, kannst du unkompliziert auch einzelne Abschnitte begehen.

Wir stellen dir im Folgenden den Weg von Abisko über Vakkotavare nach Kvikkjokk mit Infos zu Höhenmetern, Dauer, Länge und den Highlights der einzelnen Etappen vor. Du kannst den Weg ebenfalls in entgegengesetzter Richtung laufen.

Etappe 1

Abisko

Distanz:
ca. 14 km
Gehzeit:
ca. 4 h
Aufstieg:
ca. 150 hm
Abstieg:
ca. 40 hm

Deine Wanderung auf dem Kungsleden startet nördlich des Polarkreises in dem kleinen Ort Abisko. In der Aurora Sky Station kann man im Winter Nordlichter beobachten. Hier stimmst du dich am Torneträsk See auf die kommenden Etappen ein. Wildcampen ist innerhalb des Abisko Nationalparks nicht erlaubt, es gibt aber einen Campingplatz und STF-Hütten. Deinen ersten Wandertag verbringst du größtenteils im malerischen Birkenwald, entlang des Abiskojaure Sees geht es leicht bergauf.

Etappe 2

Abiskojaure

Distanz:
ca. 20 km
Gehzeit:
ca. 6 h
Aufstieg:
ca. 390 hm
Abstieg:
ca. 100 hm

Die zweite Etappe des Kungsleden beginnt direkt mit einem ziemlichen Anstieg und führt dich aus dem Abisko Nationalpark hinaus. Genieße den Blick von der Hochebene über die Seen und lasse die Baumgrenze hinter dir. Nun verläuft der Weg über Gras und Steine. Abends kannst du in der STF-Hütte am Alesjaure See in der Sauna entspannen.

Etappe 3

Alesjaure

Distanz:
ca. 13 km
Gehzeit:
ca. 4 h
Aufstieg:
ca. 330 hm
Abstieg:
ca. 100 hm

Diese kurze und leichte Etappe gibt dir Zeit, in Ruhe die Aussicht zu genießen und die vielen Vögel zu beobachten. Dabei umgeben dich Heide, hohe Berge und Gletscher. Flüsse überquerst du komfortabel über die ausgebauten Hängebrücken. Auf diesem Abschnitt des Kungsleden wird die Landschaft langsam schroffer und die Berge höher.

Etappe 4

Tjäktja

Distanz:
ca. 13 km
Gehzeit:
ca. 3 h
Aufstieg:
ca. 130 hm
Abstieg:
ca. 270 hm

Der steinige Weg zum Tjäktja-Pass fordert volle Konzentration und belohnt dich mit der Ankunft am höchsten Punkt des Kungsleden. Genieße den Blick von 1.120 m über dem Meerespiegel, bevor du den steilen Abstieg ins Tjäktjavagge nach Sälka wagst. Hier kannst du in einer gemütlichen Hütte oder deinem eigenen Zelt nächtigen. 

An- und Abreise

Die einzelnen Orte entlang des Kungsleden sind insgesamt gut zu erreichen, sodass du deinen Startpunkt und verschiedene Etappenziele individuell planen kannst.

Anreise

Die Anreise mit dem Zug erfolgt über Stockholm oder Göteborg. Von der schwedischen Hauptstadt aus fährt der Nachtzug nach Abisko in 17 Stunden. Auch die weiteren Sektionen des Kungsleden sind mit Bahn und Bus problemlos zu erreichen. Einige Buslininen fahren jedoch nur in bestimmten Monaten, deshalb sollten die Verbindungen vor dem Start der Reise überprüft werden. 

Natürlich ist auch eine Anreise mit dem Auto möglich. Entweder wird die gesamte Strecke gefahren oder ein Teil mit der Fähre bewältigt. Parken kannst du das Auto meist in der Nähe der Touristenstationen. Dies solltest du aber vor der Anreise prüfen. 

Für die nördlichste Strecke bietet sich auch ein Flug mit SAS oder Norwegian Airlines über Stockholm nach Kiruna an. Alternativ kannst du nach Luleå fliegen und von dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterreisen. 

Abreise

Die Abreise kann von allen Sektionen aus wieder mit Bahn und Bus erfolgen. Oder du fährst je nach Endpunkt zum nächstgelegenen Flughafen (Kiruna oder Luleå). 

Wer mit dem Auto angereist ist, kann zum Abstellort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen und von dort den Heimweg antreten. 

Wichtige Informationen

Beachte bitte die folgenden Hinweise auf deiner Wanderung aus Rücksicht zur Natur. So bleibt der Kungsleden so schön und einzigartig, wie er es heute ist.

Obwohl der Kungsleden kein technisch anspruchsvoller Wanderweg ist und sich auch für Anfänger eignet, ist es dennoch eine lange Tour, die Kondition und Trittsicherheit erfordert. Stelle dich darüber hinaus auf Wetterumschwünge ein. 

  • Das Wildzelten in Nationalparks ist nicht erlaubt. Nutze dort die Hütten oder Campingplätze.
  • Nimm genug Bargeld für Boots- und Busfahrten mit, es gibt keine Geldautomaten.
  • Bleibe auf den markierten Wegen. Diese sind durch rote Ringe um Baumstämme markiert.
  • Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind unabdingbar.
  • Packe Insektenspray ein, denn der Norden Schwedens ist berüchtigt für seine Mücken.
  • Wasserflaschen können am gesamten Kungsleden problemlos aufgefüllt werden.
  • Respektiere die Lebensräume von Tieren und Pflanzen.
  • Lasse keinen Müll zurück.

Körperliche Anforderungen

Kondition

Den Kungsleden kann man definitiv auch als Anfänger erwandern, denn viele der Etappen sind nicht schwierig. Für gesunde Menschen mit einer guten Grundkondition sind die Wanderungen am Kungsleden also einfach zu bewältigen. Für kleine Kinder ist der gesamte Weg jedoch wahrscheinlich zu lang. Die Wanderwege sind gepflegt und in den Sommermonaten sehr gut beschildert.

Beim Gepäck sollte versucht werden zu sparen, um unnötige Last zu vermeiden. 

Technik

Auch wenn der Weg für Anfänger geeignet ist, ist er dennoch mit den Herausforderungen einer Fernwanderung verbunden. Bei schlechtem Wetter kann der Weg schwierig werden. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind erforderlich.

Empfehlungen

Kein Fernwanderweg ist wie der andere, so ergeben sich unterschiedliche Empfehlungen für diese Art zu Wandern. Wenn du mit Kindern, deinem vierbeinigen Freund oder mit dem Mountainbike deine Aktivreise bestreiten willst, musst du verschiedene Dinge beachten.

Familienfreundlich

Der gesamte Wanderweg ist für Kinder wohl zu weit. Einzelne, flachere Abschnitte eignen sich aber durchaus auch für Wanderungen mit Kindern.

Hunde

Grundsätzlich dürften Hunde die Abschnitte gut schaffen. In Schweden gibt es während der Brutzeit eine Leinenpflicht. In den Hütten sind Hunde meist nicht erlaubt.

Radfahren

Überwiegend verboten.

Gepäck

Ein ausgewogenes Gepäck samt festen Wanderschuhen ist essenziell. Sonnenschutz, genug Wasser, eventuell Wanderstöcke. Wer in den Hütten übernachtet, spart sich die Campingausrüstung.