Heute geht es früh los von Assuan Richtung Abu Simbel, rund 240 Kilometer südwestlich, mitten hinein in Nubien. Schon die Anfahrt ist Teil des Erlebnisses, denn die Landschaft wird immer weiter, trockener und stiller, bis am Ende zwei Bauwerke auftauchen, die wirken, als hätten sie die Wüste selbst als Kulisse bestellt. Übrigens soll auch der Name Abu Simbel nicht aus der Zeit der Pharaonen stammen, sondern auf einen lokalen Jungen zurückgehen, der frühen Forschenden den Weg zur Anlage gezeigt haben soll. Vor Ort besuchst du die berühmten Felsentempel aus dem 13. Jahrhundert v. Chr., die Ramses II. errichten ließ, den großen Tempel zu seinem Ruhm und den kleineren Hathor-Tempel, der an Nefertari, seine Frau, erinnert. Beide gehören seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Besonders faszinierend ist die Geschichte ihrer Rettung, in den 1960er Jahren wurden die Tempel versetzt, damit sie nicht im Nassersee verschwinden, heute stehen sie auf erhöhtem Gelände, verbunden mit einem Damm. Und dann gibt es noch die schönste Anekdote für alle, die gern Staunen und Schmunzeln kombinieren, Ramses soll das Sonnenlicht so „geplant“ haben, dass es zweimal im Jahr bis ins Heiligtum fällt, am 22. Oktober, seinem Geburtstag, und am 22. Februar, dem Tag seiner Krönung, nur eine Figur bleibt dabei traditionell im Schatten, Ptah, der Gott der Dunkelheit. Genieße nach deiner Rückkehr die Ausblicke von deiner Unterkunft auf den Nil und lasse die Erinnerungen des Tages noch nachklingen.